3.09 Obernburg am Main – Unterfranken – Landkreis Miltenberg– Spessart – Odenwald – Bayern
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Die Stadt Obernburg

Am nördlichen Zipfel Bayerns, eingebettet zwischen Spessart und Odenwald, dort wo Mömling und Elsava in den Main münden, liegt die Stadt Obernburg mit ihrem Stadtteil Eisenbach und seinen etwa 8800 Einwohnern. Die Anfänge des Ortes gehen zurück auf ein ehemaliges römisches Kastell. Unter der historischen Altstadt mit ihren noch erhaltenen Türmen, Teilen der Stadtmauer und den liebevoll restaurierten Häusern und Gassen verlaufen die Straßen noch heute über denen des Kastells. So entspricht die heutige Römerstraße der früheren Via Principalis und die Badegasse der Via Praetoria. Im Römermuseum in der Unteren Wallstraße kann der Besucher historische Zeugnisse aus der Kastellzeit bestaunen.

Als weitere kulturelle Einrichtung in Obernburg ist die Kochsmühle zu erwähnen. Umgeben von einem hübsch gestalteten Rosengarten tummeln sich hier gleich drei völlig verschiedenartige kulturelle Gegebenheiten. In der dort untergebrachten Musikschule erklingen Klavier, Geige oder Klarinette. Im gleichen Gebäude im Obergeschoss ist die Kleinkunstbühne "Kochsmühle" untergebracht, die weit über die Grenzen Obernburgs bekannt ist. Im Untergeschoss werden regelmäßig wechselnde Kunstausstellungen gezeigt. 

Egal, ob der Besucher mit dem Fahrrad, dem Auto, dem Zug oder gar mit dem Schiff am westlichen Mainviereck entlang fährt - ein Besuch Obernburgs lohnt sich immer. In einem der Straßencafes oder Biergarten kann man bei einer Tasse Kaffee oder einem Schoppen Frankenwein die Vergangenheit lebendig werden lassen und die Gegenwart mit ihr verschmelzen. 

Zur Geschichte

An der Kreuzung alter Handelsstraßen, die durch das Main-, Mömling- und Elsavatal führen, ließ der römische Kaiser Titus Flavius Domitianus ein Kohortenkastell errichten. In ihm war von 91 bis 260 n. Chr. die vierte aquitanische Reiterkohorte der römischen Bürgerschaft stationiert, eine Hilfstruppe der 22. Legion, die in Mainz ihr Hauptquartier hatte. Das Kastell nannten die Römer "Neminga". 260 eroberten die Alemannen die "Nasser Limes" genannte Ostgrenze der Provinz Obergermanien. Im 4. und 5. Jahrhundert drängten die rheinaufwärts vorstoßenden Franken die Alemannen nach Südwestdeutschland ab. Aus den Nachkommen der hier ansässig gewordenen Römer, Aquitaner, Alemannen und Franken wurden die Bewohner der frühfränkischen Siedlung, die diese nun Obernburg nannten. 

Das an einem strategisch bedeutsamen Platz gelegene Dorf wurde 1313 von dem Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt zu einer Stadt erhoben und als Festung ausgebaut. Von dieser sind noch die Türme und Teile der Stadtmauer erhalten. Im Bauernkrieg blieb die Stadt neutral und gewährte 1525 dem "Odenwälder Haufen", den Götz von Berlichingen befehligte, freien Durchzug. Während des Dreißigjährigen Kriegs hatten die Einwohner unter Einquartierungen, Seuchen und Hexenwahn schwer zu leiden. Ob es der kaiserliche Feldherr Tilly oder der Schwedenkönig Gustav war - alle tranken Obernburger Wein und ließen es sich auf Kosten der Stadt gut gehen. 1743 kämpften während des Österreichischen Erbfolgekrieges Franzosen und Österreicher um die Stadt, ebenso 1796 in den Koalitionskriegen. 

Am Ende der napoleonischen Kriege zerbrach der Mainzer Kurstaat. Obernburg wurde 1814 bayerisch, erhielt ein königliches Landgericht und den Sitz der Distriktsbehörde. 1892 übernahm die städtische Mainbrücke an Stelle der Fähre den Verkehr. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den Obernburg glimpflich überstand, wurden neue Baugebiete erschlossen. Allmählich veränderte sich auch das Stadtbild. Die malerischen Winkel der Altstadt wurden ergänzt durch gastronomische Betriebe und eine leistungsstarke Geschäftswelt.

Sehenswertes

Römermuseum

Das Römermuseum erstreckt sich über drei Geschosse und führt in das Leben in einem kleinen römischen Lager an der Grenze zum freien Germanien ein. Vor dem Museum steht die Rekonstruktion einer Jupitergigantensäule, deren Originalteile aus Obernburg stammen. Auf den Mauern des Rosengartens liegen Originalzinnen des Kastells, die im Bereich der Kastellmauern geborgen wurden. 

Im Eingangsbereich des Museums veranschaulichen ein Modell und Karten die Entwicklung des Römischen Imperiums. Beachtenswerte Ausstellungsstücke sind der kleine und der große Jagdbecher. Die Altäre von Holzfällerabteilungen sind erste Nachweise für eine Mainflößerei im Jahre 206 n. Chr. Die Altäre der Benefizianer wurden von Angehörigen der 22. Legion gestiftet. Die Benefizianer waren für das Post- und Meldewesen, für die Gerichtsbarkeit, die Sicherheit der Straßen und den Nachschub verantwortlich.

Im Keller ist ein Mithrasheiligtum nachempfunden. Beachtenswert sind neben der Kopie des Osterburkener Reliefs die Mithrasinschrift, eine Weihung an den unbesiegten Sonnengott Mithras und seinen göttlichen Geist, sowie die Darstellung des Sol invictus und der noch funktionierende Hausbrunnen. 

Der Raum über dem Mithräum gibt einen Einblick in die Götterwelt und den Totenkult. Hervorzuheben sind neben den Grabbeigaben die einmaligen Grabsteine mit ihren Totenmahldarstellungen. Eine Besonderheit ist das Relief eines Leier spielenden Apollo. Die im ersten Stock ausgestellten Funde zeigen das tägliche Leben der Soldaten, ihre Bewaffnung sowie das Bauwesen. Der Alltag der Dorfbewohner, der Handwerker, Geschäftsleute und Händler wird durch Glasgefäße sowie einfache Gebrauchskeramik bis hin zu den Bilderschüsseln der Terra Sigillata dokumentiert. Die dickwandigen und bauchigen Behälter, die für den Öl- und Weintransport sowie als Vorratsgefäße genutzt wurden, sind Belege für den gut funktionierenden Handel. Die Münzen veranschaulichen das die damalige Welt umspannende und gut ausgebaute Wirtschaftssystem der römischen Kaiserzeit. Ihre Vorderseiten mit den Porträts der Kaiser und ihre Rückseitenbilder sind einmalige Dokumente der damaligen Münzkunst und der Geldwirtschaft. Einzigartig ist die Glasschiffschale, die um 380 n. Chr. in einer stadtrömischen Werkstatt hergestellt wurde und auf der in der Mitte Christus mit dem Christusmonogramm XP sowie Petrus und Paulus zu sehen sind.

Stadtbefestigung

Die ehemalige Stadtbefestigung wurde im 19. Jahrhundert bis auf Teile der Nordflanke weitgehend abgebrochen. Erhalten sind hingegen noch die Türme, die das Stadtbild bestimmen:

  • am Obertor der rechteckige Uhrturm mit Satteldach und Laterne von 1586
  • an der Südwestecke der Täschenturm mit Zinnenkranz und Buckelquadern
  • in der Mitte der Westseite ein stattlicher hoher Rundturm mit Zinnen und vorkragenden Bogen
  • an der Nordwestecke der Hexenturm
  • an der Nordostecke der Gumpenturm
  • an der Südostecke der fast quadratische Almosenturm mit vorkragendem Zinnenkranz.

St. Annakapelle

Die katholische St. Annakapelle ist angeblich die älteste Pfarrkirche in Obernburg. Sie wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert gegründet. 1559 wurde sie von der Familie des Johannes Obernburger um den Chor erweitert. Johannes Obernburger war auch der Stifter der Skulptur der Heiligen Mutter Anna Selbdritt. Sie ist ein Werk der mainfränkischen Bildhauerei des frühen 16. Jahrhunderts. Mit dieser Figur begann auch die Verehrung der Heiligen Anna, die im 18. Jahrhundert der Kapelle den Namen gab. Der Hochaltar stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Er ist geziert von Holzfiguren der Heiligen Ottilie, Notburga und Magdalena. Im Chor sind weitere Holzfiguren zu sehen. An der Nordwand befindet sich eine Pieta, die der Werkstatt des Mainzer Bildhauers Hans Backoffen zugeschrieben wird.

Main - Weißer Main, Roter Main bis zur Mündung in den Rhein

1 Bamberg – Randersacker

2 Würzburg – Marktheidenfeld

3 Wertheim – Niedernberg

4 Aschaffenburg – Frankfurt

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