3.03 Stadtprozelten – Bayern – Unterfranken – Naturpark Spessart – Odenwald
Deutschland Main Burgruine Henneburg auf dem Kühlberg Schäfflertanz Neuenbuch Kelten Wertheim, Würzburg Kurmainz Marktheidenfeld Freudenberg Miltenberg Wörth Obernburg Aschaffenburg Frankfurt Mainvierecks Spessart Spessartwiesen Wälder Städten Pfarrkirche Wanderungen Fahrten Wanderwege Wanderer Bahn Personenschifffahrtsgesellschaften Schifffahrten Gaststätten Pensionen Besucher Wohlgefühl Erholung Spaß Geschichte Forschung Klingenberg Burg Hanau

Die Stadt Stadtprozelten

Stadtprozelten liegt im Naturpark Spessart in der Mitte des Mainvierecks, wo der Main sich zwischen den Ausläufern des Spessarts und des Odenwalds seinen Weg bahnt. Das Städtchen schmiegt sich an einen Höhenrücken an, der von der Henneburg gekrönt wird. Vor dem Zweiten Weltkrieg zählte der Ort rund 700 Einwohner. Heute sind es mit dem Ortsteil Neuenbuch, das ca. 130 Meter höher und 2 km vom Kernstädtchen entfernt idyllisch eingebettet in Spessartwiesen und -wälder liegt, ca. 1800 Einwohner. Stadtprozelten zählt somit zu den kleinsten Städten Deutschlands. 

Der mittelalterlicher Charakter von Stadtprozelten kommt in schönen, alten und gepflegten Fachwerkhäusern zum Ausdruck. Zeuge mittelalterlicher Handwerkskunst ist auch sein 1520 erbautes malerisches Rathaus mit seinem Sitzungssaal. Kunstgeschichtlich beachtenswert ist die alte Pfarrkirche, deren Kirchturm in seinem unteren Teil aus dem 14. Jahrhundert stammt. 

In verkehrsgünstiger Lage bietet sich Stadtprozelten als zentraler Ausgangspunkt für Wanderungen und Fahrten in alle Richtungen an. Gepflegte und markierte Wanderwege führen den Wanderer an schöne Ausflugsziele im Spessart. Bahn- und Omnibusfahrten sind zum Beispiel möglich nach dem mittelalterlichen Wertheim (ca. 14 km) und Miltenberg (ca. 20 km), nach Marktheidenfeld (ca. 20 km) und zur Bischofs- und Residenzstadt Würzburg (ca. 50 km). 

Der Main bietet reichlich Gelegenheit zum Wassersport und zum Angeln. In regelmäßigem Turnus führen Personenschifffahrtsgesellschaften Schifffahrten durch. In Gaststätten, Pensionen und Cafés ist Gemütlichkeit und Freundlichkeit bei zivilen Preisen oberstes Gebot. Den Besucher erwartet in Stadtprozelten Wohlgefühl, Erholung und Spaß. Seinen Bewohnern präsentiert es sich als ein Gemeinwesen, in dem Tradition und Fortschritt unlösbar miteinander verbunden sind.

Zur Geschichte

Nach neuester Forschung soll Stadtprozelten keltischen Ursprungs sein. Der Name geht wahrscheinlich auf den lateinischen Begriff "pratum Celtarum" zurück, was auf deutsch "Keltenwiese" heißt. Stadtprozelten war höchstwahrscheinlich Reichsgut. Um 1250 erscheinen die Reichsschenken von Schlüpf-Klingenberg als Besitzer der Burg samt Zubehör. Im Jahre 1272 verkauften sie jedoch ihre Herrschaft Prozelten an die Grafen von Wertheim und Hanau. Bereits 1287 wurde der Ort in einer Urkunde als Stadt erwähnt. In den Jahren 1317 bis 1321 erkaufte sich der Deutsche Ritterorden die Herrschaft über die Stadt. 1355 durfte sie befestigt werden und erhielt durch Karl IV. Freiheiten und Privilegien.

Der Deutschordensbesitz an Stadtprozelten schob sich als Riegel zwischen Wertheim, Würzburg und Kurmainz. Die Burg wurde zu einer bedeutenden Festung erweitert. Da die Grafen von Wertheim im 15. Jahrhundert in zahlreichen Wirrungen einige Besitzungen des Deutschen Ritterordens an sich rissen, vertauschte dieser 1484 Stadtprozelten an Kurmainz. 

Bei der Säkularisation 1803 bis 1806 war Stadtprozelten kurzfristig dem Großherzogtum Frankfurt/Main zugeordnet. Im Reichsdeputationshauptschluss verlor der Kurfürst von Mainz seine rechtsrheinischen Besitzungen. Es blieb ihm das Fürstentum Aschaffenburg mit Stadtprozelten. Im Jahre 1814 kam es an Bayern. Bis 1972 war Stadtprozelten dem Landkreis Marktheidenfeld angegliedert. Heute gehört es zum Großlandkreis Miltenberg. Seit 1978 ist es Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Stadtprozelten.

Sehenswertes

Burgruine Henneburg

Die Burgruine Henneberg zählt zu den größten und besterhaltensten des Maintals. Erreichbar ist sie über einen schmalen Pfad, der vom Rathaus in Stadtprozelten hinaufführt. Unterwegs kann man immer wieder durch Lücken zwischen den den Weg säumenden Kastanienbäumen auf den Main und das gegenüberliegende Mondfeld blicken. Die Dauer des Spaziergangs auf diesem Pfad beträgt etwa 15 bis 20 Minuten. Bei der Kirche von Stadtprozelten führt ein breiterer Fahrweg ebenfalls hinauf. Aber auch vom Stadtteil Neuenbuch aus kann man die Burg auf Wanderwegen erreichen. Über eine hölzerne Brücke, der früheren Fallbrücke, gelangt man zum Burgtor, einer stark bewehrten Anlage, die aus einem inneren und einem äußeren Tor besteht. Die Jahreszahl 1523 am Fußgängerpförtchen lässt darauf schließen, dass dieses Tor unter der Herrschaft des Deutschen Ordens erbaut worden ist.

Eine Attraktion besonderer Art ist der unterirdische Wehrgang, der an der Ecke westlich vom Haupttor beginnt und oberhalb des nordwestlichen Mauerturms endet. Dieser Wehrgang stellte eine Verbindung zwischen den einzelnen Mauertürmen her und erleichterte so die Verteidigung des Grabens. Dieser befindet sich nur an der schmalen Nordseite der Burganlage, von wo der Angreifer in früheren Zeiten zu erwarten war. Im Südosten fällt der Höhenzug steil zum Main ab und an der Westseite verhinderte eine tiefe Schlucht einen Angriff.

Die Henneburg besitzt zwei unterschiedlich große Bergfriede. Der kleine ist an den Wirtschaftsbau angeschlossen. Fast quadratisch angelegt, hatte er einmal sieben Geschosse. Jetzt sind die unteren verschüttet. Er ist etwa 25 Meter hoch. Der große Bergfried dürfte zur ältesten Anlage der Burg Prozelten gehören. Er könnte in der Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden sein. Auch er ist etwa 25 Meter hoch, hat aber eine Seitenlänge von zehn Metern. Schon der Rundbogeneinstieg verrät, dass der große Bergfried romanischen Ursprungs ist. Er war in etwa acht Metern Höhe über eine Leiter zu erreichen. 

Die Henneburg, früher "Laufenburg" genannt, wechselte oft ihren Besitzer. Den Bauernkrieg und den Dreißigjährigen Krieg überstand sie unbeschädigt. Im Jahre 1704 wurde sie aber als "ruiniert" bezeichnet. Sie soll im Pfälzisch-Orleanischen Erbfolgekrieg 1688 zerstört worden sein. Seit dem Jahre 1806 ist die Henneburg bayerisches Staatseigentum. Schon König Ludwig I. veranlasste entsprechende Erhaltungsmaßnahmen.

Der Pächter der Henneburg bietet gelegentlich eine Führung der besonderen Art an, für die der Besucher starke Nerven mitbringen muss. Eine Gruppe von jungen Leuten tritt dann nämlich in Geistergestalt auf.

Kirche St. Barbara und Georg

Die katholische Pfarrkirche St. Barbara und Georg ist eine ehemalige Spitalkirche. Der Chor und der Unterbau des Turms stammen aus dem 14. Jahrhundert. 1628 wurde der Turm erhöht. Das flachgedeckte Langhaus wurde im 17. Jahrhundert errichtet und 1936 verändert. An der Nordwand befindet sich eine lebensgroße Sandsteinfigur mit einem dazugehörigen Baldachin. Die Person stellt die Heilige Elisabeth dar, die im Volksmund auch "Gräfin von Henneberg" genannt wird. Es handelt sich hierbei um ein bemerkenswertes Werk des ausgehenden 13. Jahrhunderts.

Main - Weißer Main, Roter Main bis zur Mündung in den Rhein

1 Bamberg – Randersacker

2 Würzburg – Marktheidenfeld

3 Wertheim – Niedernberg

Niedernberg

4 Aschaffenburg – Frankfurt

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