3.11 Niedernberg – Unterfranken – Bayern – Maintal – Weinfest
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Niedernberg

Ort und Geschichte

Eingegliedert in die Kette linksmainischer Städte und Gemeinden liegt Niedernberg auf halber Höhe zwischen Aschaffenburg und Obernburg. Bestimmend für die Landschaft um Niedernberg ist die weiträumige Öffnung des engen Maintals nach Westen in das fruchtbare Altsiedelland des Bachgaues. Von den Randzonen des Odenwalds über die Hanauer Senke findet sie bis hin zur ausgedehnten Rhein-Mainebene ihre Fortsetzung. 

Die Besiedlung und die kulturelle Entwicklung dieses Wirtschaftsraumes wurden von den natürlichen Gegebenheiten maßgeblich beeinflusst. Alte, vorgeschichtliche Handelswege, die in die Salzgebiete des Spessarts führten und so den Odenwald mit dem Spessart verbanden, durchquerten hier an einer natürlichen Furt das urwüchsige Flussbett des Mains. Später entstand an dieser Stelle das "Fahr", die Mainüberfahrt, die bis in die heutige Zeit als Verbindungsglied zwischen dem Bachgau und den Grundgemeinden diente.

Die ältesten Funde, die auf menschliches Leben hindeuten, reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. Diese Siedler betrieben schon Ackerbau und Viehzucht. Zur Sicherung ihrer Reichsgrenzen legten die Römer am so genannten "nassen Limes" Kohortenkastelle an. Aus solch einem Kastell, gegründet zwischen 83 und 150 n.Chr., ging auch das heutige Niedernberg hervor. Im Altortbereich decken sich noch heute Hauptstraße und Kirchgasse mit den alten Lagerstraßen. Interessante Funde wie die Brunnenmaske und der Marcellusstein befinden sich im Stiftsmuseum in Aschaffenburg. 

Eine weitere geschichtliche Epoche verkörpert das merowingisch-fränkische Reihengräberfeld, das zwischen den Jahren 1930 und 1978 freigelegt wurde. Es lag etwa 800 Meter nördlich des Altortbereiches an der Straße nach Aschaffenburg. Dort konnten Bestattungen vom 5. bis 9. Jahrhundert nachgewiesen werden. Viele dieser Funde befinden sich ebenfalls im Aschaffenburger Stiftsmuseum.

Die erste urkundliche Erwähnung Niedernbergs stammt aus dem Jahre 1095. Bereits im Jahre 1340 wurde die Kapelle zu Niedernberg, aus der wahrscheinlich die heutige Pfarrkirche hervorging, mit kleinen Vermächtnissen bedacht. Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein war Niederberg mit einer Dorfmauer umgeben, die teilweise noch heute entlang der Turmgasse und der Hintermauer erhalten ist. Eine Ortserweiterung über die Befestigung hinaus war nich zulässig, so dass sich viele Niedernberger gezwungen sahen, sich eine neue Heimat zu suchen. Über die Wohnraumbeschränkungen hinaus drängten auch Missernten und soziale Notlage viele Einwohner dazu, nach Nordamerika auszuwandern. Bis Ende des 19. Jahrhunderts hatten bereits über 200 Personen die Fahrt über den großen Teich gewagt. Grundstücke und Häuser wurden für die Überfahrt veräußert und wechselten die Besitzer. Nördlich des Ortsbereichs von Niedernberg, am so genannten Tannenwäldchen, befand sich über mehrere Jahrhunderte die Richtstätte der einstigen "Zent Bachgau", zu der auch Niedernberg bis ins späte Mittelalter gehörte. Das Zentgericht selbst tagte in Großostheim. Von hier aus traten die Delinquenten ihren letzten Gang über den Galgenweg zum Richtplatz an, wo sie bereits der Henker erwartete. 

In kirchlicher Hinsicht gehörte Niedernberg seit dem 8. Jahrhundert bis zur Säkularisation 1803 zum Erzbistum Mainz. Von 1803 bis 1820 gehörte es zum Bistum Regensburg und seit 1821 zum Bistum Würzburg. Zahlreiche geistliche und weltliche Herrschaften besaßen bis ins 19. Jahrhundert verschiedene Rechte in Niedernberg, verfügten über Leibeigene und zogen diverse Geld- und Naturalabgaben ein.

Ein gewisser Wohlstand kam erst auf, als sich Ende des 19. Jahrhunderts die industrielle Fertigung von Herren-Oberbekleidung in Aschaffenburg etablierte und in Niedernberg die Heimarbeit Einzug hielt. Um für Notsituationen gerüstet zu sein, wurde neben der Näharbeit auch noch ein wenig Landwirtschaft betrieben. Dieser Zustand dauerte bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts an. Schließlich konnte aber die Heimarbeit nicht mit der fortschreitenden Technisierung Schritt halten. Viele in diesem Gewerbe tätigen Personen wanderten in die Fabriken ab. 

Über viele Jahrhunderte führte Niedernberg eher ein bescheidenes Dasein. Inzwischen hat sich die Gemeinde strukturell verändert und ist auf 4500 Einwohner angewachsen. Ein vielseitiges Industrie- und Gewerbegebiet mit direkter Autobahnanbindung und die unmittelbare Nähe zu Frankfurt begünstigte die Ansiedlung moderner und leistungsstarker Betriebe. Die neue Kultur- und Sporthalle ist Hauptaustragungsort für innerörtliche und überregionale Veranstaltungen. Daneben steht den Naturfreunden ein gut ausgebautes Radwegenetz im gesamten Gemarkungsbereich und im nahe gelegenen Wald ein ausgedehntes Erholungsgebiet mit Grillplatz und gut markierten Wanderwegen zur Verfügung.

Sehenswertes

Pfarrkirche St. Cyriakus

Die heutige katholische Pfarrkirche St. Cyriakus wurde 1897 errichtet. Sie geht auf einen Vorgängerbau aus dem Jahre 1461 zurück. Aus dieser Zeit sind noch der Turm und der Alte Chor erhalten. Das eindrucksvolle Hochaltarbild mit der Krönung Mariens von Jakob Conrad Bechthold (!759) ist gegenwärtig im Kircheninnern über dem Ausgang des Glockenhauses angebracht. An der Südseite des Kirchturms, an der in einem Stein das Erbauungsjahr 1461 eingemeißelt ist, befindet sich auf einer Eckkonsole, überdacht von einem kleinen Baldachin, eine Muttergottesstatue. Daneben ist die um 1822 dort eingelassene Grabplatte des legendären Landschöffen Michael Groß zu sehen. Dieser soll nach einer Sage durch seinen Mut Niedernberg im Dreißigjährigen Krieg vor der Zerstörung durch die Schweden gerettet haben.

Main - Weißer Main, Roter Main bis zur Mündung in den Rhein

1 Bamberg – Randersacker

2 Würzburg – Marktheidenfeld

3 Wertheim – Niedernberg

4 Aschaffenburg – Frankfurt

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