3.04 Freudenberg – Baden Württemberg – Main-Tauber-Kreis – Nibelungenstraße
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Die Stadt Freudenberg

Eng am Main an den Berg gedrängt, eingebettet zwischen den Ausläufern des Spessarts und des Odenwaldes, liegt das Städtchen Freudenberg. Über ihm thront sein Wahrzeichen, die Freudenburg. Im Grunde genommen ist Freudenberg nur eine einzige Straße mit Giebelhäusern zu beiden Seiten, mit Rathaus, fürstlichem Amtshaus und alter katholischer Kirche in Tuchfühlung nebeneinander.

In den malerischen Gässchen findet der aufmerksame Betrachter an manchen Häusern noch die Hochwassermarkierungen des Mains, die zahlreichen Bergkeller, wo auch heute noch der Apfelwein gelagert wird, und ab und zu einen Haken am Haus, wo früher das frisch geschlachtete Schwein zur "Weiterbearbeitung" aufgehängt wurde. Rund um das Freudenberger Rathaus befinden sich im Amthaus das Foto-Museum, das auf Anfrage besichtigt werden kann, sowie die Amthausgalerie, wo namhafte Künstler schon oft exposierten, und die Städtische Musikschule. Ein Schiffsmuseum und ein Küfereimuseum gibt es ebenfalls in der Altstadt. 

Für eine Unterkunft stehen nicht nur Ferienwohnungen zur Verfügung, sondern auch ein Campingplatz, eingebettet in einem Freizeitgelände. Der Platz liegt hochwassersicher zwischen Main, Vogelschutz-, Surf-, Angel- und Badesee. Der von der Stadt Freudenberg betriebene Badesee verfügt über eine 2 ha große Wasserfläche, Spiel- und Sportanlagen. Im Freizeitpark werden außerdem angeboten: Freischach, Tischtennis, Tennis und Bogenschießen. Zudem gewähren ein Bolzplatz und ein Spielplatz auch jüngeren Gäste Freizeitvergnügen. Vom Platz aus hat man reizvolle Wander- und Radfahrmöglichkeiten durch die Laub- und Nadelwälder Freudenbergs, in den Odenwald, in den Spessart oder zu den zahlreichen Burgruinen in der Nähe. Besuchenswert sind auch Freudenbergs Ortsteile Boxtal (im schönen Wilbachtal gelegen), Ebenheid, Rauenberg und Wessenttal.

Zur Geschichte

Schon um das Jahr 1000 wurde Freudenberg urkundlich erwähnt. Lehnherr war der Bischof von Würzburg, Lehnträger die Grafen von Wertheim. Diese brachten auch Freudenberg zur Blüte. Sie bauten unter Bischof Heinrich III. von Würzburg 1190 eine starke Stadtbefestigung und eine Burg, mit der die Geschichte der Stadt aufs Engste verknüpft ist. Schon 1295 wurde Freudenberg als befestigter Ort genannt. Zur besseren Verteidigung wurde dann noch am Ufer des Mains eine Mauer gezogen, welche den Verteidigungsring schloss. Die Ausdehnungsmöglichkeiten innerhalb der Mauern waren aber sehr beschränkt. Man musste die Häuser den steilen Berg hinauf bauen, so dass es den Eindruck machte, als ob eins dem anderen auf dem Buckel säße. Nachdem sich Freudenberg von der Leibeigenschaft losgekauft und sich zu freiwilligen Dienstleistungen und Abgaben verpflichtet hatte, erhielt es 1333 von Kaiser Ludwig dem Bayern Freiungsbrief und die Stadtrechte. In der Wilden Fehde des Brandenburger Markgrafen Albrecht Alibiades mit dem fränkischen Klerus wurde die Freudenberger Burg zerstört.

In Folge des Reichsdeputationshauptschlusses kam die Stadt 1805 an das Haus Löwenstein-Wertheim-Freudenberg. Durch die Rheinbundakte von 1806 erlangte das Großherzogtum Baden die Landeshoheit über Freudenberg. Damit waren die ewigen Streitigkeiten zwischen geistlichen und weltlichen Herrschern zu Ende. Nach Auflösung des standesherrschaftlichen Amts Freudenberg (seit 1423) wurde die Stadt 1813 dem damaligen Landamt Wertheim zugeteilt. Heute gehört sie zum Landkreis Tauberbischofsheim. 

Sehenswertes

Burg Freudenberg

Wie die meisten Maintal-Burgen wurde auch Freudenberg in Hanglage errichtet. Der Berghang fällt nur an zwei Seiten der Burg steil ab, so dass neben dem Halsgraben auch an der Westseite ein tiefer Graben ausgehoben werden musste. Damit war eine nicht ungünstige topographische Lage mit einigem Aufwand erreicht worden, die der Burg bis zum verstärkten Auftreten der Feuerwaffen genügend Sicherheit bot.

Der Bergfried

Der ohne Zweifel interessanteste und auch imposanteste Teil der Burgruine ist der insgesamt 30 Meter hohe Bergfried (Butterfassturm). Gegenüber den normalen Butterfasstürmen ist er dadurch gekennzeichnet, dass er nicht nur zwei, sondern drei verschieden große Absätze besitzt. Unter allen deutschen erhaltenen Burgtürmen ist er dadurch einzigartig. Der unterste Absatz besteht aus großformatigen Buckelquadern und ist über einen relativ hohen Sockel mit ebenfalls sehr großen, aber glatten Quadern errichtet. Der aufwendige Abschluss des Sockels besteht aus Wulst und Kehle. Die Außenschale des mittleren Absatzes ist ebenfalls aus Buckelquadern aufgeführt, die allerdings deutlich geringere Dimensionen besitzen und weniger sorgfältig bearbeitet sind. Der jüngste Teil des Bergfrieds ist der oberste Absatz, der wiederum etwa zwei Meter zurückspringt. Er besteht lediglich aus einfachem Bruchsteinmauerwerk. An der hofseitigen Wand sind ein kleines Fenster und der große rundbogige Eingang zum Turminnern vorhanden. Der übergroße Bergfried war sicherlich auch als befestigter Wohnturm gedacht. 

Die Ringmauer

Der Grundriss der Kernburg-Ringmauer bildet ein Dreieck mit abgeschnittenen Ecken. Innen- und Außenschale bestehen aus hammerechtem Schichtenmauerwerk. Aufgrund des regelmäßigen Grundrisses und der mangelhaften Anbindung an das Turmmauerwerk dürfte die Ringmauer nicht bereits in der ersten Bauphase (Ende des 12. Jahrhunderts), sondern Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet worden sein. Die Ringmauer besitzt an der Ost- und Südwestseite einen aufwendigen steinernen Wehrgang, der auf von Pfeilern getragenen Rundbogen ruht. Die Pfeiler besitzen keinen Mauerverbund mit der Ringmauer, wurden also erst nachträglich hinzugefügt. Zwischen Bergfried und Ostecke der Ringmauer fehlt der steinerne Wehrgang. Dafür sind dort auf der Mauerkrone die Reste einer Tourelle erhalten, die offenbar hier den Wehrgang ersetzen sollte. Die Brüstung des Wehrganges (heute völlig verschwunden) besaß breite Zinnen, die von Schlüsselscharten durchbrochen waren. Zweifellos war dieser Wehrgang bereits zur Verteidigung mit Feuerwaffen vorgesehen. Erreichbar war der Wehrgang angeblich über eine Art Brücke über den untersten Absatz des Bergfrieds. 

Tor der Kernburg

Das spitzbogige Tor der Kernburg liegt sinnigerweise an der Talseite der Ringmauer. Die Tornische wird an der Innenseite von einem Segmentbogen abgeschlossen. Die Torangelsteine sind noch vorhanden. Aufgrund der steilen Form des Spitzbogens kann dieses Tor nicht gleichzeitig mit der Ringmauer entstanden sein. Außerdem findet sich über dem Tor eine Wappentafel mit dem Allianzwappen Wertheim-Breuberg und der Jahreszahl 1499.

Palas

Der Palas befindet sich in der Westecke der Kernburg. Am Giebel befindet sich die Jahreszahl 1361, die wohl das Jahr der Vollendung bezeichnet. Die östliche Schmalseite ist einschließlich Giebel vollständig vorhanden, die westliche Schmalseite dagegen völlig zerstört. Die beiden Längsseiten sind in Höhe von zwei Geschossen erhalten. In gutem Zustand befindet sich auch der große, tonnengewölbte Keller, der durch zwei Lichtschlitze erhellt wurde. Innerhalb des ursprünglich viergeschossigen Palas befindet sich ein großer Mühlstein, der nur von einer dort untergrabenen kleinen Mahlmühle stammen kann. 

Weitere Gebäude der Kernburg

In der Nordostecke der Kernburg befindet sich ein zweites steinernes Gebäude, das allerdings sehr stark zerstört ist. Es besteht aus einem älteren Kern und einer späteren Erweiterung. Der ältere Teil ist am stärksten zerstört, während von dem Anbau größtenteils noch zwei Geschosse stehen. Der Zweck des Gebäudes ist den vorhandenen Resten nicht zu entnehmen. Es handelt sich aber nicht um ein Wirtschaftsgebäude. Möglicherweise befand sich hier die im Jahre 1400 bezeugte Burgkapelle. Zwischen Bergfried und Palas sind geringe Reste eines dritten Gebäudes erhalten, zwei Mauerstümpfe und der Rest eines Tonnengewölbes. Ferner befindet sich neben diesen Gebäuderesten und dem Palas ein gut erhaltener Keller mit Tonnengewölbe. Ein Rest des dazugehörigen Gebäudes könnte die einzelne Konsole sein, die sich an einem der Wehrgang-Pfeiler befindet.

Vorburg

Der Kernburg ist zum Tal hin eine rechteckige Vorburg vorgelagert. Ihre Umfassungsmauer diente lediglich als Futtermauer. Reste der ehemals vorhandenen Gebäude sind nicht zu erkennen. Es ist zu vermuten, dass dieselben lediglich aus Holz oder Fachwerk bestanden. In der Nordostecke der Vorburg befinden sich die Reste einer kleinen Pforte. Die Umfassungsmauer der Vorburg ist mit zahlreichen rechteckigen Schießscharten bewehrt, welche Nischen für die Prellbalken der Hakenbüchsen besitzen. Diese Schießscharten genügten offenbar zur Verteidigung. Spuren eines zusätzlichen Wehrganges finden sich jedenfalls nicht. Die Nordwestecke der Vorburg ist mit einem interessanten und gut erhaltenen Batterieturm verstärkt. Das Erdgeschoss des Turmes ist verschüttet und besitzt drei Schießscharten für Handfeuerwaffen. Im zweiten Geschoss befindet sich der ebenerdige Eingang des Batterieturms in recht aufwendigen gotischen Formen. In diesem Geschoss sollten augenscheinlich größere Geschütze aufgestellt werden. Drei Nischen mit den entsprechenden Scharten sind vorhanden. Über eine schmale Steintreppe gelangt man zum dritten Geschoss des Turms. Es besitzt acht Schießkammern für Handfeuerwaffen mit den zugehörigen rechteckigen Schießscharten. Der gut erhaltene Wehrgang besitzt eine Abflussrinne mit dem entsprechenden Wasserspeier. Außerdem sind hier zwei ehemalige Türen vorhanden. Da auch das dritte Geschoss eine kleine Steintreppe besitzt, muss ursprünglich noch ein viertes Geschoss vorhanden gewesen sein. Die Vorburg entstand ihrem Erscheinungsbild nach in der letzten Ausbauphase der Burg unter Graf Erasmus (1497 bis 1507).

Toranlage

Das äußerste Tor der großen Toranlage ist in den Ringgraben vorgezogen und durch zwei kurze Mauerflügel mit der übrigen Burg verbunden. Unter der Torschwelle sind teilweise verschüttete Reste zweier Schießkammern erhalten. Auf der Mauerkrone ist der Unterbau einer runden Tourelle vorhanden. Es ist anzunehmen, dass die gegenüberliegende Seite ebenfalls ein solches Türmchen besaß. Zur Verteidigung konnte auch der zwingerartige Zwischenraum zwischen erstem und zweitem Tor benutzt werden. Der gesamte Torbereich konnte durch einen in der Südwestecke befindlichen quadratischen Turm beobachtet und bekämpft werden. Direkt neben diesem Turm befindet sich das gut erhaltene zweite Tor. Das dritte Tor weist als einziges Nischen auf, die einen zur Verrammelung des Tores dienenden Holzbalken aufnahmen. Die Toranlage dürfte aufgrund der rundbogigen Pforten in ihrer jetzigen Form gleichzeitig mit der Vorburg entstanden sein. 

Vorwerk

Zur Sicherung der gefährdeten Bergseite besitzt die Burg Freudenberg ein eigenartiges Vorwerk, das sich vor die gesamte Süd- und Westseite der Kernburg legt. Es besteht aus zwei zwingerartigen Mauern mit aufgeschüttetem Zwischenraum. Die äußere der beiden Mauern besitzt drei kleine Rundtürme. Einer von ihnen ist gut erhalten. Zugänglich war das Vorwerk durch eine kleine Schlupfpforte mit Treppe an der Toranlage. Ein zweiter Zugang war offensichtlich in Höhe des Bergfriedes vorhanden. Ohne Zweifel wurde das Vorwerk gleichzeitig mit der Vorburg angelegt. 

Seit 1995 ist die Freudenburg im Besitz der Stadt Freudenberg. Alle zwei Jahre ist sie mit ihrer Freilichtbühne Schauplatz für die Freudenberger Burgfestspiele, die seit ihrer Uraufführung im Jahre 1987 weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden sind. Sie bilden den kulturellen Höhepunkt der Stadt. Dramen mit Volksstückcharakter aus der regionalen Geschichte werden eindrucksvoll durch Laienschauspieler vermittelt.

Amtshausgalerie

Mit der Amtshausgalerie steht in Freudenberg ein Forum zur Verfügung, mit welchem die Kultur, insbesondere die Bildende Kunst gefördert werden soll. Sie wurde 1987 ins Leben gerufen. Für das Ausstellungsprogramm hat der künstlerische Leiter der Galerie (Kirchgäßner) einen Kompromiss zwischen bewahrender Wertpflege und Förderung aktueller Kunst gefunden: im Frühjahr das Experiment, im Herbst das Klassische und im Winter regionale Kunst.

Fotomuseum

Ebenfalls im Amtshaus ist das Fotomuseum untergebracht. Mit ca. 40 000 Fotoplatten und Planfilmen aus den Jahren 1899 bis 1961 stellt die Sammlung eine Besonderheit dar. Ihre Bedeutung liegt aber auch in der Güte der Aufnahmen aus der Region sowie in der mustergültigen Ordnung und Dokumentation des gesamten Materials. Im Fotomuseum ist zudem alles zu sehen, was einst für ein gutes Foto benötigt wurde.

Friedhofskapelle

Die Freudenberger Friedhofskapelle St. Laurentius ist wahrscheinlich die erste Pfarrkirche Freudenbergs. Sie weist Elemente aus der Romanik, der Gotik und dem Klassizismus auf. Die in der Barockzeit gestalteten Innenaltäre sind nicht mehr vorhanden. Aus romanischer Zeit stammen das niedrige Hauptportal an der Westseite, die beiden Eingänge an der Nordseite, die Fensterbögen und im Innenraum ein Triumphbogen und die Altarnische. Aus der frühgotischen Zeit stammen das Netzgewölbe und der Chor, ebenso drei Fenster mit Maßwerk. Die imposanten Wandmalereien gehen auf die Zeit zwischen 1290 und 1340 zurück. In zwei übereinander liegenden Bilderreihen sind biblische Szenen dargestellt. An der linken Chorwand ist die Verkündigung und Geburt Christi zu sehen, darunter Grablegung und Auferstehung. An der rechten Chorwand befindet sich ein überlebensgroßer St. Michael mit einer Waage in beiden Händen. Die älteste Malerei der Kirche ist die Darstellung der Geißelung Christi an der rechten Wand. In den vier Deckennischen des Kreuzgewölbes sind vier Engel zu sehen, am Chorrand die Krönung Mariens aus dem 15. Jahrhundert. Sehenswert sind auch die Innenkanzel und interessante Grabsteine.

Main - Weißer Main, Roter Main bis zur Mündung in den Rhein

1 Bamberg – Randersacker

2 Würzburg – Marktheidenfeld

3 Wertheim – Niedernberg

4 Aschaffenburg – Frankfurt

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