3.06 Miltenberg zwischen Odenwald und Spessart – Deutschland – Bayern – Kreisstadt
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Die Stadt Miltenberg

Die wegen ihres besonders malerischen Ortsbildes bekannte Stadt Miltenberg liegt zwischen Odenwald und Spessart am südlichsten Punkt des Mainvierecks. Von dem schmalen ebenen Uferstreifen zieht sich die Altstadt am Fuß der von der Mildenburg bekrönten Anhöhe hinan. Die von einer Mauer mit Tortürmen umschlossenen Gassen mit ihren Fachwerk- und Buntsandsteinhäusern aus dem 15. bis 17. Jahrhundert machen Miltenberg zu einem der meistbesuchten Orte des Maintales. 

In der mittelalterlichen Altstadt pulsiert ein reges Geschäftsleben. Aktuelle Mode findet sich neben folkloristischer Kunst, der Buchhandel lädt zum Stöbern ein und eine reichhaltige Spezialitäten-Vielfalt überrascht. Die Fußgängerzone im Stadtzentrum macht so den Stadtbummel zu einem reizvollen, außergewöhnlichen Vergnügen. Im Sommer gibt es in Miltenberg viel zu feiern. Das Altstadtfest findet jährlich am ersten Wochenende im Juli statt. Das größte Volksfest am bayerischen Untermain ist die Miltenberger Michaelis-Messe vom letzten August-Wochenende bis zum ersten Sonntag im September. Ein großer Vergnügungspark mit Budenmarkt, Ausstellungen von Industrie und Handwerk, Aktionen des Einzelhandels in der Fußgängerzone, ein mittelalterlicher Handwerkermarkt, eine Serenade am Marktplatz sowie die Weinkeller in der Altstadt lassen bei Einheimischen und Gästen keine Langeweile aufkommen. Den krönenden Abschluss bietet am letzten Messetag ein großes Feuerwerk. Ein fester Bestandteil der Miltenberger Adventszeit ist der Weihnachtsmarkt an den vier Adventswochenenden auf dem historischen Marktplatz und im Alten Rathaus sowie an der Domkellerei. 

Der Main ermöglicht vielfache Aktivitäten und Freizeit-Vergnügen. Er ist das Revier für Ruderer, Surfer, Segler, Motorboot-Kapitäne und Wasserski-Fahrer. Mit einem Mietboot ist man sein eigener Kapitän. Eine Weiße Flotte von Salon-Schiffen lädt Gäste zu Kreuzfahrten ein. 
Aber auch andere Sportarten wie Wandern Radfahren, Schwimmen, Jogging, Drachenfliegen, Tennis Reiten, Schießen, Bogenschießen, Squash, Kegeln, Bowling oder Minigolf kommen nicht zu kurz. 

Die Stadtteile von Miltenberg wie Schippach, Breitendiel, Mainbullau, Monbrunn und Wenschdorf sind beliebte Ziel- und Ausgangspunkte für Wanderungen. Die idyllischen Orte haben noch ihren ursprünglichen Charakter bewahrt. In Mainbullau befindet sich auch ein Flugplatz für Segel- und Motor-Flugsport.

Zur Geschichte

Ende des 12. Jahrhunderts trat Miltenberg als Zollstätte des Mainzer Kurfürsten in die Geschichte ein und wurde bereits 1237 erstmals als Stadt erwähnt. Unter dem Schutz der Mildenburg (1226 erwähnt) und dank seiner günstigen Lage am wichtigen Handelsweg Frankfurt-Nürnberg entwickelte sich Miltenberg schnell zu einem Verkehrsknotenpunkt. Etwa ab 1379 begrenzten die beiden Stadttürme, das Mainzer und das Würzburger Tor, den zwischen Fluss und Berghang eng und lang gestreckt gewachsenen heutigen Altstadtbereich nach Westen und Osten. Handel und Handwerk waren Motor des wachsenden Wohlstandes der noch jungen Stadt. Vor allem das Stapelrecht, das alle durchreisenden Kaufleute zu Lande und zu Wasser zwang, ihre Waren vor dem Weitertransport für drei Tage in der Stadt selbst zum Verkauf anzubieten, trug zur wirtschaftlichen Blüte im 14. Jahrhundert bei. Schon 1354 erhielt Miltenberg das Münzrecht. 1367 wurde der Stadt die Michaelis-Messe verliehen.

Im Bauernkrieg 1525 stand die Stadt auf der Seite der aufständischen Bauern und kam daher glimpflich davon. Weniger glücklich überstand Miltenberg den Dreißigjährigen Krieg. Der bisherige Vorteil, Verkehrsknotenpunkt zu sein, verkehrte sich in einen Nachteil. Ständiger Durchzug und Einquartierungen von Soldaten und in ihrem Gefolge Zerstörung, Plünderung und Seuchen waren die Folge. Nach Ende des Krieges hatte Miltenberg die Hälfte seiner Einwohner verloren. Erschwerend für die weitere Stadtentwicklung kam hinzu, dass die neuen Verkehrsverbindungen weit um Miltenberg herumführten. 

1803 löste Napoleon den Kurstaat Mainz auf und Miltenberg wurde erst Leiningen, dann Baden zugeschlagen. 1810 wurde es aber schon wieder an Hessen-Darmstadt weitergereicht und 1816 endgültig Bayern eingegliedert. Nun, von seiner einst zentralen Lage im Kurstaat Mainz an den Rand des Königreichs Bayern gedrängt und abseits der neuen Verkehrswege, hielt sich die Stadtentwicklung in Grenzen. Dadurch konnte Miltenberg sich aber seine geschichtlich gewachsene Stadtstruktur und sein historisches Stadtbild weitgehend bis heute bewahren.

Sehenswertes

Museum der Stadt Miltenberg

Am Schnatterloch, am schönsten Platz Miltenbergs können Bürger und Gäste altehrwürdige Fachwerkhäuser nicht nur von außen bewundern, sondern auch im Haus Miltenberg, der ehemaligen Amtskellerei, von innen besichtigen. Das denkmalgeschützte Haus mit den beiden reich verzierten Renaissance-Erkern beherbergt das Museum der Stadt. Während des Rundgangs kann man die 450jährige Geschichte des Hauses und 2000 Jahre Miltenberger Geschichte kennen lernen und erleben. 

Glanzpunkte der Ausstellung bilden Funde aus den Römerkastellen. Ein beachtlicher Teil davon ist, thematisch aufbereitet, im Museum zu sehen. Mittelalter und frühe Neuzeit werden in Steinplastiken und Keramik, in Gegenständen des öffentlichen und privaten Lebens sowie in Zeugnissen privater Frömmigkeit und Volkskultur vergegenwärtigt.

Einen Höhepunkt bilden Zeugnisse jüdischer Kultur in Miltenberg wie beispielsweise der Thoragiebel der ersten Synagoge aus der Zeit um 1300. Mit einer Werkschau wird der Miltenberger Maler Philipp Wirth gewürdigt. Die Patenstadt Dux stellt Erzeugnisse ihrer Porzellanmanufakturen vor. Wechselausstellungen, Vorträge und Konzerte im Museumshof ergänzen das museale Angebot.

Marktplatz

Der ausgesprochen stimmungsvolle Marktplatz Miltenbergs steigt von der Mainstraße bis zum Schnatterloch ziemlich steil an. Unter den ihn umgebenden historischen Gebäuden fällt besonders das hochgiebelige Weinhaus zum Alten Markt mit seiner kunstvollen rot-weißen Fachwerkfassade auf. Der Marktbrunnen stammt von 1583. Die Säule ist nach alten Renaissance-Vorlagen neu geschaffen. An der Statue der Justitia ist im Wappen das Mainzer Rad zu bemerken. 

Mildenburg

Durchschreitet man den Torturm beim Schnatterloch, gelangt man über einen Hohlweg hinauf zur Mildenburg. Sie stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde im 16. Jahrhundert zerstört. Burghof und Bergfried können besichtigt werden. Vom kleinen Burgvorplatz hat man einen schönen Blick auf Miltenberg und den Main. 

Miltenberger Kirchen

Der größte Miltenberger Platz, der Engeltplatz wird beherrscht von der Franziskaner-Klosterkirche. Direkt an der Mainuferstraße steht die katholische Stadtpfarrkirche St. Jakobus, ein schlichter dreischiffiger Bau, dessen Ursprünge ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Die Türme stammen aus dem 19. Jahrhundert. Sehenswert im Innern ist vor allem die Sandsteinkanzel von 1635, eine Arbeit des Miltenberger Bildhauers Zacharias Juncker. Besuchenswert ist auch die St. Laurentiuskapelle aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Im Friedhof befinden sich Grabdenkmäler aus dem 15. bis 20. Jahrhundert. Die evangelische Pfarrkirche St. Johannes am Burgweg wurde 1897 erbaut.

Blindengarten St. Odilia

Etwas mainabwärts liegt der Miltenberger Stadtteil Kleinheubach. Am Rande eines Baumschulgeländes befindet sich der Blindengarten St. Odilia. Er besteht aus fünf Hochbeeten mit Duft-, Tast- und Aroma-Pflanzen und vier Duftlauben. Die Duftlauben bestehen aus verschieden blühenden Rosen und dem Geißblatt. Während die Rosen vorwiegend bei Tag ihre Düfte verströmen, entwickelt das Geißblatt als Wirt der Nachtschmetterlinge erst am Abend seinen betörenden Duft. In jeder Duftlaube befindet sich eine Bank mit Blick auf das gepflegte Baumschulgelände mit majestätischen Baumgruppen von Platanen, Stieleichen und Winterlinden. Am Eingang des Blindengartens befindet sich ein Kneippsches Armkühlbecken. Nicht weit davon entfernt steht eine Statue der Heiligen Odilia, der Schutzpatronin der Blinden.

Main - Weißer Main, Roter Main bis zur Mündung in den Rhein

1 Bamberg – Randersacker

2 Würzburg – Marktheidenfeld

3 Wertheim – Niedernberg

4 Aschaffenburg – Frankfurt

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