1.02 Schweinfurt – Deutschland – Bayern – Kreisstadt – Franken – Maintal
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Die Stadt Schweinfurt

Die einstige Freie Reichsstadt Schweinfurt liegt am nördlichen Ufer des Mains und in der Urlaubsregion Fränkisches Weinland. Ihr Name soll nicht vom Borstenvieh, sondern vom keltischen Wort "Swin" herrühren, womit ein "wasserreiches Sumpfgebiet" bezeichnet wurde.

Schweinfurt bietet dem Besucher und Gast viel Reizvolles: Erlebnis und Kultur, Charme und Gemütlichkeit. Nahezu rund um die Uhr findet man in über 250 Gastronomiebetrieben eine unübertreffliche Vielfalt an kulinarischen Genüssen, ob fränkisch oder international. Wer es deftig-kräftig mag, sollte einmal die "Schweinfurter Schlachtschüssel" probieren. Sie ist zum Mittelpunkt eines richtigen Zeremoniells geworden, das bis zu acht Gänge umfasst – jeder mit einer anderen schweinernen Spezialität. Die leckeren Stücke werden direkt von der Tafel gegessen, natürlich ohne Teller. Dazu trinkt man in geselliger Runde Bier oder weißen Frankenwein.

Zahlreiche alljährliche Veranstaltungen wie Maifeste, Volksfest, Stadtteil-Kirchweihfeste, Ernst-Sachs-Radrennen, Honky-Tonk-Kneipenfestival, Weinfest, Weihnachtsmarkt usw. laden Einheimische und Gäste gleichermaßen ein. Die Sehenswürdigkeiten Schweinfurts erschließt man sich am besten bei einem Rundgang durch die Innenstadt oder bei einer Stadtführung. Ein Besuch lohnt sich auch immer in den verschiedenen Museen.

Schweinfurt bezeichnet sich gerne als Stadt des Sports. Wenn auch die ganz großen Zeiten vorbei sind, in denen viele Sportlerinnen und Sportler aus dieser Stadt an Olympischen Spielen, Welt- oder Europameisterschaften teilgenommen haben, so besteht das Prädikat immer noch zu Recht. Das liegt zum einen an den zahlreichen gut ausgestatteten Sportanlagen. Zum anderen sind die Schweinfurter in einem hohen Maße sportlich organisiert. Bei rund 55 000 Einwohnern und 27 000 Mitgliedern in Sportvereinen treibt fast jeder zweite Bürger Sport in einem der über 80 Vereine. Natürlich finden auch Gäste, die sich körperlich betätigen wollen, ein reichhaltiges Angebot vor. Zu den Sportanlagen gehören unter anderem sowohl eine Kunst- als auch eine Natureisbahn, eine 350 Meter lange Rodelbahn, eine Reitanlage, Minigolf- und Boccia-Bahnen, Keipp- Wassertretbecken, Trimmpfade und ein ausgedehntes Wandernetz. Ein Eldorado für Wasserfreunde ist die nahe gelegene 50 Hektar große Erholungsanlage am Baggersee. Sommerbad und Hallenbad stehen ebenso zur Verfügung. Im Norden der Stadt befindet sich ein Tiergehege. Die Attraktion der weiträumigen Grünzone südlich des Mains sind die Wasserspiele des großen Springbrunnens. Nicht zu vergessen ist das Einkaufsvergnügen in Schweinfurt. So lädt unter anderem die attraktive Fußgängerzone zum gemütlichen Shopping ein.

Schweinfurt mit seiner reizvollen Lage im Maintal und seinen kurzen Entfernungen zu den Mittelgebirgslandschaften von Steigerwald, Haßberge, Rhön und den Weltkulturstätten im benachbarten Bamberg oder Würzburg, bietet viele Möglichkeiten, seinen Urlaub sinnvoll zu gestalten, und ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in eine abwechslungsreiche Umgebung.

Der berühmteste Sohn der Stadt ist der 1788 geborene Dichter und Orientalist Friedrich Rückert, der 40 Sprachen beherrschte und unter anderem Teile des Korans ins Deutsche übersetzte.

Zur Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Schweinfurt stammt aus dem Jahre 791. In Konkurrenz zur Burg und Siedlung der Markgrafen von Schweinfurt wurde die Reichsstadt in staufischer Zeit an einer nahe gelegenen Furt am Main angelegt. Schon früh dem Reich entfremdet und um 1250 in den Auseinandersetzungen des Hochstifts Würzburg und der Grafen von Henneberg zerstört, gelang es König Rudolf I., Schweinfurt dem Reiche zurückzugewinnen.

Während des 14. Jahrhunderts konnte sich die Stadt der erneuten Bedrohung ihrer Reichsfreiheit durch Verpfändung an die Henneberger und das Hochstift Würzburg nur mittels Selbstauslösung entziehen. Die dominierende Rolle des Inneren Rates wurde durch die Verfassungskämpfe (1444/1450 und 1512/1514) nicht angetastet. Gestärkt wurde sie durch die Erringung der Kirchenhoheit mit der Einführung der Reformation 1542. Keimzelle des geistigen Lebens wurde die Lateinschule (seit 1634 Gymnasium), aus der berühmte Humanisten hervorgingen. Neuerlich fast total zerstört wurde die Stadt 1554 im zweiten Markgrafenkrieg. Die Gefahren des Dreißigjährigen Krieges und der Koalitionskriege im Gefolge der Französischen Revolution beschränkten sich auf Einquartierungen und finanzielle Einbußen.

Durch die bayerische Besitzergreifung 1802 verlor Schweinfurt seinen Status als Reichsstadt. Die Entwicklung im 19. Jahrhundert war geprägt vom Wandel hin zur Industriestadt. Dem Aufbau einer modernen Infrastruktur entsprachen weitgehende Eingriffe in die reichsstädtische Bausubstanz. Während in der ersten Jahrhunderthälfte der Schwerpunkt auf der chemischen und der Farbenindustrie lag, verlagerte es sich gegen Ende des Jahrhunderts auf die aufblühende Kugellagerindustrie. Im Zweiten Weltkrieg wurde Schweinfurt als Zentrum der kriegswichtigen Wälzlagerindustrie zur Ruinenwüste bombardiert. Schweinfurt erlebte die dritte Stadtzerstörung.

Sehenswertes

Altes Rathaus

Ein prachtvolles Zeugnis süddeutscher Frührenaissance ist das zwischen 1570 und 1572 erbaute Alte Rathaus, das 1959 nach einem Dachstuhlbrand renoviert wurde. Die Fassade ist fein gegliedert. Am Erkerturm befindet sich das Wappen Kaiser Maximilians II. (1564 bis 1576) und in den Fängen des Doppeladlers das Schweinfurter Wappen. Darunter an der Balkonbrüstung sind die Wappen der sieben Kurfürsten angebracht. An den Giebeln sieht man allegorische Figuren. Blickfang der stimmungsvollen Diele sind geschnitzte Eichenholzsäulen aus der Bauzeit. In der Eingangshalle (frühere Kaufhalle) finden wechselnde Kunstausstellungen statt.

Marktplatz

Auf dem Marktplatz ist Friedrich Rückert, der in dem Eckhaus an der Südostseite des Platzes geboren wurde, ein Denkmal gesetzt. Zu Füßen des Dichters erkennt man allegorische Figuren zweier seiner Hauptwerke: "Geharnischte Sonette" und "Weisheit des Brahmanen". An der Südseite zwischen Baumgruppen steht ein originelles "Marktbrünnle" aus neuerer Zeit. Mittwoch- und Samstagvormittag und Dienstag- und Freitagnachmittag ist Wochenmarkt.

Johanniskirche

Unweit nördlich vom Marktplatz erhebt sich am Martin-Luther-Platz die ursprünglich spätromanische evangelische Stadtpfarrkirche St. Johannis, eine dreischiffige Kreuzbasilika. Am südlichen Querhausarm verdient das schöne Brautportal, ein spätromanisches Stufenportal mit reicher Ornamentik, Beachtung. Im Innern sind der gotische Taufstein (1367), die barocke Kanzel (1694), der klassizistische Hochaltar (Ende des 18. Jahrhunderts) mit neuzeitlichem Altarblatt und zahlreiche interessante Epitaphien sehenswert.

Museum Altes Gymnasium

Das Museum im Alten Gymnasium, einem Renaissance-Gebäude von 1582, ist das Stammhaus der Städtischen Sammlungen Schweinfurt, die bereits 1890 gegründet wurden. Schwerpunkte der heimatgeschichtlichen Sammlung sind die Frühgeschichte seit dem 9. Jahrhundert, Darstellungen der Reichsstadtzeit, der Bürgerkultur, des Zunftlebens und des Beginns der Industrialisierung. Dafür stehen der Reichsadlerhumpen von 1583 ebenso wie die Erzeugnisse des frühen Industriellen Wilhelm Sattler (1774 bis 1859), das erste Tretkurbelfahrrad oder eine Kugelmühle aus der Pionierzeit der Kugellagerfertigung in Schweinfurt. Das rege geistige und religiöse Leben vergangener Jahrhunderte – stellvertretend sei die 1652 erfolgte Gründung der ersten naturwissenschaftlichen Akademie Deutschlands "Leopoldina" genannt – kommt im Museum ebenso zum Ausdruck, wie die Erinnerung an den Dichter und Gelehrten Friedrich Rückert (1788 bis 1866).

Galerie Alte Reichsvogtei

Die Galerie Alte Reichsvogtei widmet sich der zeitgenössischen Kunst in Franken. Sie zeigt die mit der Region durch ihre Herkunft oder ihr Wirken verbundenen Künstler sowohl in der Dauerpräsentation als auch in den Wechselausstellungen. Die Städtischen Sammlungen haben damit eine "Marktlücke" ausgefüllt, die im nördlichen Bayern Vergleichbares sucht. Dabei beschränkt man sich aber nicht nur auf fränkische "Lokalmatadoren", wie z. B. auf die "Gruppe Schweinfurter Künstler", sondern schließt sich an internationale Kunstrichtungen an.

Museum Gunnar-Wester-Haus

Die kulturgeschichtliche Sammlung zur Entwicklung von Feuererzeugung und Beleuchtung ist eine Schenkung des Grafen Luxburg, die seit 1986 in einem eigenen Museum gezeigt wird. Beginnend mit einer qualitätsvollen Auswahl antiker Öllampen enthält sie eine große Vielfalt von Gegenständen der Feuererzeugung sowie Lampen, Leuchter und Laternen vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Hervorzuheben sind vor allem frühe Zündmaschinen und eine Vielzahl von Geräten, die für die Beleuchtung und zur Kerzenherstellung verwendet wurden. Zahlreiche Bilder nach zeitgenössischen Vorlagen demonstrieren den Gebrauch der ausgestellten Originale sowie die Kulturgeschichte von Beleuchtung und Feuererzeugung vergangener Jahrhunderte. Zum Museum gehört auch die Ikonensammlung Glöckle. Sie bietet einen Einblick in die sakrale russische Kunst des 17. bis 19. Jahrhunderts. Gezeigt werden 40 wertvolle Tafelbilder mit den Themenbereichen Jahres-, Monats-, Marien- und Festtagsikone.

Naturkundliches Museum in der Harmonie

Im Harmonie-Gebäude, einem 1833 als Vereinslokal der Harmonie-Gesellschaft errichteten klassizistischen Bauwerk, ist seit 1988 die historische Vogelsammlung zu besichtigen. Sie wurde von den Brüdern Schuler begonnen, die sie 1892 ihrer Heimatstadt stifteten. Die ausgestellten Vögel – vorwiegend Vertreter des europäischen Kontinents – sind in Dioramen-Vitrinen, die den artgemäßen Biotopen nachgebildet sind, zu sehen. Die Anpassung der Arten an ihre Lebensräume wird somit hervorgehoben und die Abhängigkeit von deren Existenz verdeutlicht. Innerhalb dieser ökologischen Konzeption vermitteln Vitrinengestaltung, Fotos, Zeichnungen und informative Texte die Grundlagen der gesamten Ornithologie.

Museum Georg Schäfer

Das Museum Georg Schäfer präsentiert die bedeutendste Privatsammlung der Kunst des deutschsprachigen Raums des 19. Jahrhunderts. Mit Gemälden und Arbeiten auf Papier vom späten Rokoko über Klassizismus und Romantik bis hin zum Impressionismus bietet es ein Panorama der unterschiedlichsten Kunstrichtungen dieser Zeit. Damit steht das Museum Georg Schäfer in einer Reihe mit der Sammlung englischer Kunst in der Tate Gallery in London oder den Sammlungen deutscher Kunst in der Nationalgalerie Berlin und der Neuen Pinakothek in München. Die Sammlung besitzt Meisterwerke von Caspar David Friedrichs, Adolph Menzel, Franz Pforr und vielen anderen bedeutenden Meistern. Mit der weltweit größten Sammlung seiner Werke ist Carl Spitzweg vertreten (160 Gemälde und 110 Zeichnungen).

Bibliothek Otto Schäfer

Die Bibliothek Otto Schäfer zeigt Sammlungen zur deutschen Literatur, illustrierte Bücher vom 15. bis zum 20. Jahrhundert und das nahezu vollständige druckgrafische Werk Albrecht Dürers.

Main - Weißer Main, Roter Main bis zur Mündung in den Rhein

1 Bamberg – Randersacker

2 Würzburg – Marktheidenfeld

3 Wertheim – Niedernberg

4 Aschaffenburg – Frankfurt

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