1.07 Marktbreit – Deutschland – Bayern – Kreis Kitzingen
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Die Stadt Marktbreit

Marktbreit bezeichnet sich selbst gerne als südlichste Stadt des Maindreiecks. Bei Schweinfurt verlässt der Main seine Hauptrichtung und windet sich nach Süden. Bei Marktbreit macht er einen Bogen und fließt in nordwestlicher Richtung weiter, wodurch er ein Dreieck bildet. Ursprünglich soll der Main, so sagt man, direkt von Nordbayern nach Mainz geflossen sein, bis ihn die Versuchung nach Süden führte, um einmal zu prüfen, ob die Gerüchte von den guten Frankenweinen wahr seien. Wegen des bedeutenden Weinbaugebiets nennt man das Maindreieck auch etwas scherzhaft "Weindreieck".

Marktbreit, am südlichsten Punkt diese Dreiecks gelegen, ist ein altes Städtchen, das wertvolles Altes mit zweckdienlichem Neuen verbindet. Es öffnet mit seiner fränkischen Gastlichkeit dem Besucher Tür und Tor, bietet ein malerisches Bild, lädt ein zum ruhigen Verweilen, regt an zum Nachdenken und zum Entdecken. Für Besucher empfiehlt es sich, den Wagen am Mainufer abzustellen, denn der großenteils ummauerte Stadtkern ist verkehrsberuhigt. Im Mittelalter war Marktbreit ein bedeutender Handelsplatz, weil hier die die Waren die Mainschiffe verließen und sich zu Land auf den Weg nach Neustadt an der Aisch und nach Ansbach machten. Was durch diesen Transit und Umschlag über die Jahrhunderte in Marktbreit hängen blieb, sammelte sich zu beträchtlichem Wohlstand an. Zeugnis dafür legt der mächtige Alte Kranen ab, dessen Rundbau sich am Mainufer imposant in Positur stellt. 1773 wurde er errichtet, um den Umschlag zu beschleunigen. Es bedurfte der Kraft von zwanzig Männern, den Kranarm mittels zweier Treträder in Gang zu setzen. Die Mechanik ist immer noch betriebsbereit und wird manchmal als Touristenattraktion vorgeführt. Die wechselvolle Geschichte des Städtchens spiegeln nicht nur alte Mauern und Türme der ehemaligen Stadtbefestigung wider, sondern auch eine großen Anzahl prächtiger Fachwerkhäuser. 

Einen Gesamtüberblick über das Städtchen, seinen ursprünglichen Kern und den baulichen Zuwachs, gewinnt man am besten von der "Kappel" aus, einer aus dem 15. Jahrhundert stammenden Moritzkapelle, die zu einer Krieger-Gedächtnisstätte umgewandelt wurde. Der Blick schweift von alten, aufgelassenen Muschelkalkbrüchen im Südwesten nach der Mainstaustufe und nach den Kunststeinwerken im Westen hin zum Hafengelände im Norden mit dem Alten Kranen. Von hier aus genießt man auch die beste Aussicht in das Maintal und auf die Höhen des Steigerwaldes. 

Schulgebäude verschiedener Art verraten, dass Marktbreit von altersher auch "Schulstadt" ist. Neben der Grundschule und der Hauptschule bestehen ein Gymnasium, eine staatlich anerkannte Private Realschule und mehrere Schülerheime. Ferner hat eine moderne Stadtbücherei im ehemaligen Seinsheim-Schwarzenberger Schloss ihre Heimstätte gefunden, die auch Besuchern Marktbreits zur Verfügung steht. 

Neben dem "Augenschmaus" bietet Marktbreit auch Bestes aus Küche und Keller, einheimische Spezialitäten bei herb-kräftigen Weinen von den umliegenden Hügeln. Gern gesehen sind Gäste auch bei den zahlreichen festlichen Veranstaltungen im Jahreskalender (Weinfest, Kirmes usw.). Für einen wirklichen Erholungsurlaub sorgen die vielfältigen Anregungen für Wanderungen in der Umgebung, aber auch verschiedene Wassersportmöglichkeiten (Rudern, Segeln, Paddeln) auf dem Main.

Gästen bieten sich verschiedene Anreisemöglichkeiten:
Für Fußwanderer führt ein neuer Main-Wanderweg mit zahlreichen Hinweisschildern an die Mainschleife und in das reizvolle Städtchen. Eisenbahnlinien aus allen Richtungen haben einen Knotenpunkt im nahen Würzburg. Gute Landstraßen und Autobahnen erschließen das gesamte Maindreieck. 

Zur Geschichte

Ausgrabungen haben ergeben, dass sich auf dem Kapellenberg bei Marktbreit ein römisches Legionslager von beträchtlichem Ausmaß befunden hat, das wahrscheinlich zur Regierungszeit des Kaisers Augustus errichtet worden war. Der Ort Marktbreit selbst wurde 1258 erstmals urkundlich erwähnt. Er gehörte einst den Herren von Seinsheim, die 1557 das Marktrecht für ihren Sitz erlangen konnten. 1580 ließen sie ein Schloss bauen, das heute noch erhalten ist. Ab 1643 gehörte Marktbreit den Fürsten von Schwarzenberg, einem Zweig der Seinsheimer Familie, die in direkter Linie ausgestorben war. Die Schwarzenbergs waren maßgeblich an der Vertreibung Napoleons aus Europa beteiligt und konnten im 19. Jahrhundert auf die Politik Österreichs entscheidenden Einfluss nehmen. Die Herren, die ihre eigentlichen Besitzungen in Südböhmen und der Steiermark hatten, statteten der Stadt am Main nur selten einen Besuch ab. Dieser bot jedoch dann Anlass zu feierlicher Huldigung mit Salutschüssen.1837 ließ Fürst Johann Adam zwölf Fasanen aus dem böhmischen Frauenberg an den Rat der Stadt Marktbreit senden als Dank für die gute Bewirtung. Die Schwarzenbergische Herberge war das Gasthaus "Zum Goldenen Löwen", eines der ältesten Gasthäuser in Bayern. 

Sehenswertes

Rathaus

Durch das im Jahre 1600 erbaute Maintor betritt der Besucher den Marktplatz . Gleich rechts erhebt sich das repräsentative Renaissance-Rathaus aus dem Jahre 1579. Es ist ein unverputzter Bau aus grauem Muschelkalk, der an die Stadtmauer angebaut wurde und mit dem von einem Türmchen bekrönten Maintor und dem Schwarzen Turm zu einer malerischen Befestigungseinheit verbunden ist. Auffallend ist der von Pilastern reich gegliederte Volutengiebel, gekrönt von einer Statue des Schutzheiligen St. Georg und geschmückt mit dem Seinsheimer Wappen. Im Inneren sind sehenswert die eingezogene Wendeltreppe, die völlig vertäfelte Ratsstube und der große Saal mit seinen geschnitzten Säulen. Unter dem Rathaus und unter dem Maintor hindurch fließt malerisch der Breitbach.

Schloss

Im Mittelpunkt der Stadt erstrahlt seit 1994 in neuem Glanz das seinsheimische Schloss. Der prächtige, sechsgeschossige Renaissancebau des Freiherrn Georg Ludwig von Seinsheim wurde 1580 erbaut. Der hohe, gelbe Prunkgiebel ist durch zwei Pyramiden zusätzlich erhöht. Ursprünglich sollte das Gebäude als Witwensitz dienen. Schon während der Bauzeit war die Grundkonzeption des Schlosses fragwürdig und wurde von Barbara, einer geborenen Heßberg, nach dem Tode ihres Gatten abgelehnt. 

Der Höhepunkt herrschaftlicher Prachtentfaltung in den ehrwürdigen Mauern war das Hochzeitsfest Christians von Seinsheim-Erlach (1624). Nach dem Dreißigjährigen Krieg musste der neue Besitzer, Fürst von Schwarzenberg, das Schloss renovieren. Im Erdgeschoss wurde zuerst eine Kanzlei eingerichtet. Ein Zimmer wurde zur Schlosskapelle (1680) umgebaut. 

Im Ringen um die Amtsstadt Marktbreit erlangte der Bau im 19. Jahrhundert Bedeutung. 1853 erwarb die Stadt das Gebäude. 1896 gelangte es in den Besitz des Staates und wurde als Amtsgericht genutzt. Zu dieser Zeit entstand auch der Anbau eines Gefängnistraktes. Nach der Aufhebung des Amtes 1932 diente das Schloss verschiedenen Zwecken. Seit 1981 befindet es sich wieder im Besitz der Stadt. Diese richtete hier die Stadtbücherei ein. 

Nikolaikirche

Die evangelische Nikolaikirche ist von hohem kunstgeschichtlichen Interesse und weist Bauteile von der Frühgotik bis zur Renaissance auf (13. bis 16. Jahrhundert). Das Turmuntergeschoss, der älteste Bauteil, stammt aus der Zeit vor 1293. Der Chor, 1438 errichtet, ist spätgotisch. Das Langhaus wurde zwischen 1590 und 1596 im Renaissancestil erbaut. Zu den ältesten Ausstattungsstücken zählen das Sakramentshäuschen (um 1400) und der wappengeschmückte Taufstein (1569 gestiftet). Das Gotteshaus enthält neben Epitaphien des ehemaligen Grundherrengeschlechts eine "biblia pauperum" (Armenbibel). Gemeint sind damit bildliche Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Bemerkenswert sind die vier Chorfenster. Sie stellen von links nach rechts dar: die Schöpfung, der Auferstandene, der Jüngste Tag und die Taufe Jesu. Sehenswert sind aber auch eine Kreuzigungsgruppe (1730) von dem Bildhauer Lorenz Gollwitzer, die barocke Kanzel (1737), ein Fresko mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts und spätgotische Passionsreliefs, die vermutlich aus der Riemenschneiderschule stammen. Die Nikolaikirche besitzt auch eine Fürstenloge, die die Fürsten von Schwarzenberg zwischen 1590 und 1596 für sich errichten ließen.

Gasthaus "Zum Goldenen Löwen"

Nur wenige Schritte stadteinwärts vom Rathaus entfernt steht der wuchtige Fachwerkbau des Hotels "Zum Goldenen Löwen". Die ehemalige Herberge der Fürsten von Schwarzenberg birgt in mehreren Stockwerken sehenswerte und behagliche Gasträume. Nach eigenem Bekunden soll es das zweitälteste Gasthaus Bayerns sein.

Main - Weißer Main, Roter Main bis zur Mündung in den Rhein

1 Bamberg – Randersacker

2 Würzburg – Marktheidenfeld

3 Wertheim – Niedernberg

4 Aschaffenburg – Frankfurt

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