1.01 Bamberg – Weltkulturerbe der Unesco – Deutschland – Bayern
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Die Stadt Bamberg

Die alte fränkische Kaiser- und Bischofsstadt Bamberg erstreckt sich in der fruchtbaren Talaue der hier in zwei Arme geteilten Regnitz. Bei Bamberg fließt die Regnitz in den Main. Das historische und unverwechselbare Stadtbild ist geprägt durch zahlreiche Monumentalbauten, vorwiegend aus dem 11. bis 18. Jahrhundert. In einer Synthese aus mittelalterlichen Kirchen, barocken Bürgerhäusern und Palästen sind architekturgeschichtliche Momente erhalten, die das ganze Europa betrafen. Die Baukunst in Bamberg wirkte über Mitteldeutschland bis nach Ungarn und zeigt enge Verbindungen zu Böhmen in der Barockzeit. Gerne vergleicht sich die Stadt mit gleich zwei italienischen Metropolen. Wie das südliche Vorbild wurde das "fränkische Rom" auf sieben Hügeln errichtet. Seine Lage an den Regnitzwassern bescherte einem Stadtteil den Namen "Klein-Venedig". Die vom Krieg verschonte Altstadt mit einer Fülle von Kunstschätzen ist ein denkmalgeschütztes Gesamtkunstwerk und gehört seit 1993 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Mit einer Ausdehnung von 425 Hektar ist sie Deutschlands größtes Altstadtensemble. Sämtliche Fassadenveränderungen innerhalb dieses Bereichs bedürfen der denkmalrechtlichen Genehmigung. Darüber hinaus stehen ca. 2000 Bauwerke als Einzelbaudenkmäler unter Schutz.

Das Gebiet, das in die Welterbeliste eingetragen wurde, umfasst drei Siedlungszentren, die bei der Stadtgründung vereinigt wurden:
- die Bergstadt mit dem Dom und der Domfreiheit, der ehemaligen Residenz des Fürstbischofs und dem bürgerlichen Gebiet mit der Pfarrkirche "Unserer lieben Frau" und der ehemaligen Häckersiedlung,
- die Inselstadt, definiert durch die beiden Regnitzarme, die im 12. Jahrhundert mit einem Markt und einer vorstädtischen Siedlung gegründet wurde,
- die Theuerstadt, eine spätmittelalterliche Gegend von Gemüsegärten mit verstreuten Häusern und weitem, offenem Gelände, welche ihren Charakter bis auf den heutigen Tag bewahrt hat. Diese Stadtstruktur ist noch heute vorhanden, weil die Nutzungen im wesentlichen bestehen geblieben sind: der Domberg dient nach wie vor kirchlichen Aufgaben, die Inselstadt dem Handel und die Gärtnerstadt dem Gemüseanbau. Dank dieser Kontinuität ist auch die Bausubstanz weitgehend original erhalten geblieben.

Doch nicht nur die Bau- sondern auch die Braukunst ist in Bamberg zu Hause. Die Erzeugnisse von zehn Brauereien laben die durstigen Kehlen. Eine Spezialität ist dabei das Rauchbier, ein malzig-dunkles Getränk mit leicht beizendem Aroma. Bier und Brotzeit in einem der zahllosen Keller gehören zum Bamberger Sommer unbedingt dazu. Trotz des pulsierenden Treibens strahlt die Stadt eine überschaubare Gemütlichkeit aus. Beim Spaziergang durch die engen und kleinen Gassen begegnet man einer gelassenen Geschäftigkeit ihrer Bewohner. Ob man sich während eines zweistündigen Rundganges die schöne alte Stadt mit ihren großartigen Kunstdenkmälern aber auch liebenswerten Details von kundigen Stadtführern präsentieren lässt, oder sich ihre Reize selbst erschließen möchte – Bamberg ist eine Reise wert.

Zur Geschichte

Bamberg am Main wurde im Jahr 902 als Sitz der Babenberger erstmals erwähnt. Zuvor befand sich schon dort, wo die Altenburg steht, eine keltische Siedlung. 973 fiel der Ort als Schenkung Kaiser Ottos II. an den Bayernherzog Heinrich den Zänker. Sein Sohn, Heinrich II., wurde 1002 zum deutschen König gekrönt. Er machte Bamberg zur Kaiserpfalz und betrieb von hier aus seine Regierungsgeschäfte. Die Verleihung aller königlichen Regalien wie Markt-, Münz- und Zollrecht begründete den materiellen Reichtum der Stadt. 1003 wurde mit dem Bau des Doms begonnen, und vier Jahre später entstand das neue Reichsbistum. Heinrich II. und seine Frau Kunigunde von Luxemburg setzten das Bistum als Erben ihrer weltlichen Güter ein. Es war wohl die Kinderlosigkeit, die das später heilig gesprochene Königspaar zu diesem Schritt veranlasste.

Um das beherrschende Domstift entstanden weitere Klöster, wie das Kollegialstift St. Stephan, das Benediktinerkloster St. Michael, das Kollegialstift St. Gangolf im Regnitztal und das Chorherrenstift St. Jakob. Während die geistliche Stadt auf der Anhöhe bereits Anfang des 11. Jahrhunderts in voller Blüte stand, konnte sich die bürgerliche Unterstadt erst später entwickeln. Zu Füßen des Dombergs entstand eine Kaufmannssiedlung. Die Bürger errichteten auf einer Flussinsel, die das Ergebnis einer Regnitz-Regulierung war, ein Rathaus. Patrizierfamilien kümmerten sich um die Geschicke des Ortes, der 1230 die Stadtrechte erhielt.

Bischof, Adel und Patriziat förderten im Spätmittelalter zahlreiche Künstler. Bamberg wurde aber auch einer der Mittelpunkte des deutschen Humanismus. Das erste illustriert gedruckte Buch entstand 1460 in einer Bamberger Buchdruckwerkstatt. Bauernkrieg, Dreißigjähriger Krieg und Hexenverfolgung dezimierten die Bevölkerung. Doch als 1693 Lothar Franz von Schönborn zum Fürstbischof gewählt wurde, erlebte Bamberg eine Art Wirtschaftswunder und eine hohe kulturelle Blüte. In seiner Amtszeit und der seines Nachfolgers, Friedrich Karl von Schönborn, begann eine grundlegende Umgestaltung. Zahlreiche Bauten im Stil des Barock und Rokoko entstanden, die das von Romanik und Gotik geprägte Bild der Altstadt harmonisch bereicherten.

Die Besetzung der Stadt durch bayerische Truppen 1802 bedeutete gleichzeitig das Ende des selbständigen Hochstifts Bamberg. 1818 wurde das Bistum zum Erzbistum erhoben. Das Dritte Reich und der Zweite Weltkrieg hinterließen glücklicherweise nur geringe Spuren an der historischen Bausubstanz der Stadt. Auch notwendige Sanierungsmaßnahmen an den vielen erhaltenswerten Gebäuden gingen in den folgenden Jahrzehnten behutsam vonstatten. Heute hat die Stadt rund 70 000 Einwohner und eine Universität, an der etwa 8500 Studenten eingeschrieben sind. An seinen berühmten Bürger E.T.A. Hoffmann, der von 1809 bis 1812 als Kapellmeister, Musiklehrer und Rezensent in Bamberg tätig war, erinnern ein Museum und das E.T.A.-Hoffmann-Theater. Zu den vielseitigen kulturellen Einrichtungen zählen auch 25 Orchester, darunter die berühmten Bamberger Symphoniker als musikalische Botschafter in aller Welt.

Sehenswertes

Der Dom

Der Dom ist das Herzstück Bambergs und wohl zugleich das bedeutendste Kunstwerk im weiten Umkreis. Dies gilt nicht nur für die Architektur, sondern auch für die zahlreichen wertvollen Ausstattungsstücke, die die Kirche seit Jahrhunderten bereichern. An der Stelle der heutigen Kathedrale wurde zwischen 1004 und 1012 der Heinrichsdom erbaut, eine Stiftung Heinrichs II. zur Bistumsgründung. Dieser brannte jedoch 1081 bis auf die Mauern nieder. Der wieder aufgebaute Komplex wurde 1185 erneut ein Raub der Flammen und schließlich abgerissen. Möglicherweise war die Heiligsprechung Kunigundes im Jahre 1200 der Anlass, über einen Neubau nachzudenken, den man dann um 1215 begann. Nach relativ kurzer Bauzeit konnte bereits 1237 einer der großartigsten Sakralbauten eingeweiht werden, die das Reich am Ende der staufischen Epoche hervorbrachte. Trotzdem ist er im Stil nicht einheitlich. Der Eingangsbereich mit dem Ostchor wurde in spätromanischen Bauformen gestaltet, am Westchor endete man mit frühgotischen Elementen. Auch die Fensterrose am Querhaus und die vier verschieden gearteten Türme verdeutlichen die unterschiedlichen Stile.

Man betritt den Dom durch die Gnaden- oder Marienpforte an der Ostseite. Im Giebelfeld sieht man Maria mit Kind, links flankiert von den Kirchenpatronen Petrus und Georg und rechts von Heinrich und Kunigunde. Die kleinen Figuren in den Ecken stellen die Erbauer der heutigen Kathedrale dar, Bischof Ekbert von Andechs-Meranien und seinen Onkel, Dompropst Poppo. Wie die Adamspforte wird auch das Marienportal von einer so genannten "Domkröte" bewacht. Hierbei handelt es sich eigentlich um stark verwitterte romanische Steinlöwen. Ihre Verwitterung führte zu der Legende, nach der der Teufel zwei Kröten ins Fundament gesetzt habe, die den Bau verzögerten, um dem Meister des Westchores Vorteile zu bringen. Dieser hatte dem Teufel seine Seele versprochen, wenn er mit seinem Chor schneller fertig würde als sein Konkurrent im Osten.

In der Mitte der Nordwand befindet sich das Fürstenportal, das wie früher nur zu feierlichen Anlässen geöffnet wird. Die Prophetenfiguren, die die Apostel auf ihren Schultern tragen, gehören noch zur älteren Bauphase, die Darstellung des Jüngsten Gerichts im Giebelfeld zur neueren. Die linke Säule trug die Ecclesia. Am Schaft der Säule sind die vier Evangelistensymbole angebracht. An der rechten Säule, die die Synagoge trug, sieht man einen Teufel, der kopfüber einen Juden blendet. Möglicherweise diente die Synagogensäule früher auch als Kirchenpranger, da sie ein Stück von der Wand abgerückt ist. 

Im rechten Seitenschiff befinden sich die Ostchorschranken mit Prophetenreliefs und Heiligenfiguren aus der Zeit zwischen 1225 und 1235. Vom Mittelschiff aus blickt man auf den Westchor, dem heutigen Hauptchor. Den Spitzbogenfenstern ist leider das bunte Glas abhanden gekommen. In der Mitte steht die goldene Kathedra des Erzbischofs, umgeben von einem kunstvollen Chorgestühl des späten 14. Jahrhunderts. Ein Blick zum Ostchor zeigt die Unterschiede in den Baustilen. Hier erkennt man die ältere Romanik an den Rundbogenfenstern und der halbkuppeligen Apsis. Das Chorgestühl stammt aus dem frühen 14. Jahrhundert. Unter dem Ostchor hat sich die Krypta, der älteste Teil des Doms, erhalten.

Die wohl bekannteste Skulptur der Kathedrale ist der Bamberger Reiter, ein edler Jüngling im Turniersattel. Ein genialer Bildhauer hat dieses erste monumentale Reiterstandbild Deutschlands zwischen 1225 und 1237 geschaffen. Was den stolzen Reiter mit einer Krone auf dem gotischen Lockenkopf zusätzlich interessant macht, ist die Tatsache, dass man nicht weiß, wen er darstellt. Wie kaum eine andere Figur hat er immer wieder für Diskussionsstoff gesorgt und Kunsthistoriker zu den verschiedensten Deutungsversuchen veranlasst. Wer auch immer damit gemeint sein möge, es handelt sich jedenfalls um ein hoheitsvolles Abbild eines adeligen Herrschers, den man für so wichtig und wert befand, seinen Platz für alle Ewigkeit in der Bamberger Kathedrale zu finden.

Zwischen den Treppen, die zum Ostchor führen, befindet sich das Kaisergrab von Heinrich und Kunigunde, ein Werk Tilman Riemenschneiders aus dem frühen 16. Jahrhundert. Auf der Tumba sind Szenen aus dem Legendenleben des Kaiserpaares dargestellt. Auf der Heinrichsseite sind die Heilung des Kaisers von einem Blasenleiden, die Seelenwägung und die Sterbeszene zu sehen. Auf der Kunigundenseite folgt die Darstellung des Pfennigwunders. Ein Dieb soll dadurch erkannt worden sein, dass ihm der Pfennig der Kaiserin ein glühendes Loch in die Hand brannte. Die letzte Szene zeigt die bekannteste Legende: das Gottesurteil oder die Pflugscharprobe. Zum Beweis ihrer Unschuld schritt die des Ehebruchs angeklagte Kaiserin über glühende Pflugscharen. Dass sie dabei unverletzt blieb galt als Gottesurteil. Am letzten Pfeiler vor dem Westchor sieht man eine Plastik von Friedrich von Hohenlohe, ein bekannter Bamberger Bischof, der 1352 verstarb. Hinter der Kathedra des Erzbischofs befindet sich das Papstgrab von Clemens II. 1046 wurde der zweite Bischof von Bamberg, Suitger, von Kaiser Heinrich III. nach Absetzung dreier Päpste zum alleinigen Oberhaupt der katholischen Kirche eingesetzt. Es war sein Wunsch, nach seinem Tod in sein geliebtes Bistum zurückzukehren. Dass der Tod ihn bereits nach neun Monaten Amtszeit in Rom ereilte, nährte Gerüchte um ein unnatürliches Ableben. Die letzte Ruhestätte Clemens' II. ist das einzige von der Kirche anerkannte Papstgrab nördlich der Alpen.

Im linken Seitenschiff befindet sich der Marien- oder Weihnachtsaltar. Dieser Altar entstand bis 1523 durch den Nürnberger Künstler Veit Stoß. Heute fehlen jedoch vier Flügeltafeln, das bekrönende Gesprenge und die Predella. Der linke Flügel zeigt oben die Flucht nach Ägypten und unten die Anbetung des Kindes durch die Heiligen drei Könige, der rechte Flügel oben die Geburt Mariens und unten die Darbringung im Tempel. Im Mittelschrein, der dem Altar auch den Namen gab, ist die Weihnachtsszene mit Maria, Joseph, den Engeln und Hirten dargestellt. Die auffällige Säule ist als Hinweis auf die kommende Passion Christi zu verstehen, denn sie erinnert an die Geißelsäule.

Links der Ostchorschranken trifft man auf zwei Symbolfiguren des christlichen und jüdischen Glaubens, Ecclesia und Synagoge. Die Ecclesia hält in ihren Händen einen Kelch und einen Stab mit Kreuz. Ihre Krone lässt sie als Herrscherin erkennen. Die Synagoge ist mit verbundenen Augen dargestellt, ein Zeichen für die Blindheit für die Offenbarung Gottes. Sie trägt den gebrochenen Herrschaftsstab und aus der linken Hand entgleiten ihr die Gesetzestafeln. Beide Figuren entstanden um 1230 und zählen zu den schönsten gotischen Figuren Frankens. Um sie vor den Wettereinflüssen zu schützen wurden sie von ihrem ursprünglichen Standort am Fürstenportal entfernt und in das Kircheninnere gebracht. 

Der Bamberger Dom als Gesamtkunstwerk gehört zu den bedeutendsten Leistungen mittelalterlicher Schaffenskraft. Er sollte jedoch nicht nur als Kunstwerk gesehen werden, sondern auch als Ausdruck tiefer Frömmigkeit.

Alte Hofhaltung

Neben dem Dom befindet sich die Alte Hofhaltung, deren Kern die alte Bischofspfalz bildet. Sie wendet dem Domplatz ihre mächtige Renaissancefassade zu, die aus den Jahren nach 1568 stammt. Früher als Kanzlei, Bibliothek und Ratsstube genutzt, ist heute in dem Gebäude das Historische Museum der Stadt untergebracht. 

Der Bau präsentiert sich mit den typischen Formen der deutschen Renaissance: Assymetrie, Fenstererker und Treppengiebel. Sehenswert ist vor allem die Schöne Pforte. Über der Mitteldurchfahrt sieht man hinter der Muttergottes das Dommodell, getragen von Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde. Sie werden flankiert von Petrus mit Schwert und Schlüssel und Georg mit dem Drachen, den beiden Kirchenpatronen.

Hinter dem Portal befindet sich ein schöner Innenhof, der von Fachwerkhäusern umzogen ist. Hier befanden sich früher die Schmiede, der Brunnen, das Backhaus, die Fürstenküche, Kammern für die Knechte, Ställe für die Pferde, Speicher für Heu und Getreide sowie Wohn- und Repräsentationsräume für den Bischof. Heute dient der Hof im Sommer als Freilichtbühne für die Calderonfestspiele.
Öffnungszeiten: Mai bis Oktober dienstags bis sonntags 9 bis 17 Uhr

Neue Residenz

Die Neue Residenz entstand in zwei Bauphasen. In der ersten wurde 1602 der rückwärts liegende Trakt errichtet. 1695 wurde unter dem baufreudigen Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn der ältere Teil umgebaut und ein repräsentativer Neubau nach Plänen des Hofarchitekten Leonhard Dientzenhofer geschaffen. Die Residenz ist bis auf den vierstöckigen, turmartigen Eckbau in allen Flügeln dreigeschossig. Von dem überhöhten Eckbau kann man bei schönem Wetter bis zur Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen in Staffelstein blicken, daher auch der Name "Vierzehnheiligenpavillon". Der rechte Flügel der Residenz beherbergt heute die Staatsbibliothek, in der häufig Sonderausstellungen zu besichtigen sind. Sehenswert sind auch die fürstbischöflichen Wohn- und Prunkräume, das Chinesische Kabinett und wertvolle Gemäldesammlungen.

Vor allem im Sommer sollte der Besuch des Rosengartens nicht versäumt werden. Die Anlage dieses Gartens erfolgte 1705. Er wirkt weiträumig und beschwingt. Für den Betrachter hält er außer dem Duft tausender Rosen den wunderschönen Blick über die blühenden Rabatten und die im Rosenduft stehenden Putten hinweg hinauf zum Kloster St. Michael und hinunter auf die Dächer der bürgerlichen Stadt bereit. Am Ende des Gartens befindet sich ein reizvoller Pavillon, der aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammt und heute als Cafe genutzt wird. Die Rosen wurden erst im 19. Jahrhundert gesetzt, als Monokulturen in Mode kamen.
Öffnungszeiten: April bis September täglich 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis 17 Uhr, Oktober bis März täglich 9 bis 12 Uhr und 13.30 bis16 Uhr

Kirche St. Jakob

Im Jahre 1070 wurde das Chorherrenstift St. Jakob gegründet. Die Weihe der Kirche fand 1109 statt. Vorbild für das Gotteshaus war der Dom. Wie dort baute man auch in St. Jakob zwei Chöre. Der Westchor wurde um 1400 in gotischen Formen erneuert. Die Krypta blieb dabei erhalten. Erst 1720 wurde sie aufgegeben. Die Fenster wirken daher optisch zu kurz. Auch auf der Ostseite befand sich ursprünglich eine Krypta. Das Deckengemälde, auf dem der Heilige Jakob vor Herodes den Namen Jesu bekennt stammt aus der Barockzeit. 1805 wurde das Stift im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Der geplante Abbruch konnte jedoch verhindert werden. Von 1866 bis 1882 fand eine "Reromanisierung" und damit verbunden eine Stilreinigung statt. Aus dieser Zeit stammt auch der neugotische Altar.

Benediktinerabtei St. Michael

1015 stiftete der erste Bamberger Bischof Eberhard das Kloster, das dem Erzengel Michael geweiht wurde. Die erste Kirche fiel vermutlich 1117 einem Erdbeben zum Opfer. Unter Bischof Otto I. (1102 bis 1139) entstand ein Neubau, der 1121 eingeweiht werden konnte. Wie auch bei St. Jakob wurde der Michaelskirche eine barocke Fassade vorgeblendet. Das Innere des Gotteshauses betritt man über eine breite Freitreppe. St. Michael ist als kreuzförmige Pfeilerbasilika in romanisierenden Formen erbaut. 

Dem Besucher fällt sofort die einzigartige Deckenmalerei ins Auge. Zwischen 1614 und 1617 entstand im gesamten Gewölbe ein Paradiesgarten, ein aus mehr als 570 Einzelpflanzen bestehendes Herbarium. Die Genauigkeit geht bis ins Detail und zeugt von den hervorragenden botanischen Kenntnissen der damaligen Zeit. St. Michael hat aber auch eine der schönsten Kanzeln Frankens, eine Kombination von Nussbaumholz und Gold. Dargestellt ist der Erzengel Michael, der mit dem Flammenschwert den ungehorsamen Engel Luzifer stürzt. Auf dem Schalldeckel sitzen die vier Kirchenväter Ambrosius, Augustinus, Hieronymus und Gregor. Den Kanzelkorb umgeben die vier Evangelisten mit ihren Symbolen. In den Seitenschiffen befindet sich heute eine große Anzahl von Gräbern Bamberger Bischöfe, die 1838 im Zuge der Stilreinigung aus dem Dom hierher versetzt wurden. Unter ihnen befinden sich einige bedeutende Kunstwerke. Im Boden des Hochchores sieht man das Grab des Heiligen Bischofs Otto I. Das Grab ist verbunden mit einem Altar und einem Reliquienschrein mit Mitra, Messgewand und Stab des Heiligen Otto und zeigt somit die klassischen drei Teile eines Heiligengrabs.

Altes Rathaus

Das Alte Bamberger Rathaus steht inmitten der Regnitz, gleichsam als Grenze der bürgerlichen Inselstadt zwischen den Regnitzarmen und den geistlichen Zentren auf den jenseitigen Höhen. Der Bau zählt zu den originellsten Rathäusern in Deutschland. Seine topographische Lage ist einmalig. Das Gebäude wurde im 15. Jahrhundert errichtet und ist im Kern gotisch. In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde es nach Plänen von Johann Jakob Michael Küchel im barocken Stil erneuert und elegant eingekleidet mit einem Torturm mit heiter-beschwingten Balkonen, mit Fresken überschütteten Längsseiten und einem Rottmeisterhäuschen in gotischem Fachwerk. Auf der Oberen Brücke befindet sich eine plastische Kreuzgruppe von Gollwitzer (1715) und eine Statue des Heiligen Nepomuk.

Altenburg

Etwas außerhalb steht die erstmals 1109 erwähnte Altenburg. Die ursprüngliche Fliehburg diente später als Bischofssitz. Besonders bemerkenswert sind Teile des Grabens, eine gut erhaltene Burgmauer mit Wehrgang, die Brücke und der Torbau, der Bergfried und eine neugotische Burgkapelle mit Grabmälern. Vor der Burg befindet sich eine Kreuzgruppe von Georg Adam Reuß. Von der Anlage aus eröffnet sich eine herrliche Aussicht auf die Stadt und die umliegende Landschaft.

Diözesanmuseum

Das Diözesanmuseum ist im Kapitelhaus und im Domkreuzgang untergebracht. Gezeigt werden Reste des Domschatzes und andere kirchliche Gegenstände. Besonders hervorzuheben sind die mittelalterlichen Textilien, darunter die so genannten Kaisermäntel, Geschenke des Kaiserpaares Heinrich und Kunigunde an den Dom, der Ornat von Papst Clemens II., den man aus seinem Grab entnommen hat, und das seidene Grabtuch Bischofs Gunther, das etwa 1060 entstanden sein dürfte.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Jesuitenkirche, die Gangolfskirche, das Karmelitenkloster mit der Kirche St. Theodor, der Alte Schlachthof, die Alte Hauptwache, das E.T.A.-Hoffmann-Haus, das Fränkische Brauereimuseum, das Gärtner- und Häckermuseum, das Naturkundemuseum und viele andere Gebäude und Einrichtungen.

Main - Weißer Main, Roter Main bis zur Mündung in den Rhein

1 Bamberg – Randersacker

2 Würzburg – Marktheidenfeld

3 Wertheim – Niedernberg

4 Aschaffenburg – Frankfurt

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