1.03 Wipfeld – Deutschland – Bayern – Kreis Schweinfurt
Historischer Celtis-Rundweg Halbwalmdachhaus Ehemaliger Unterhof des Bistums Würzburg Oberes und unteres Fährhaus Rathaus Giebelhaus Ehemaliger Frei- oder Oberhof des Klosters Heidenfeld Geburtshaus des Conrad Celtis Geburtshaus Eulogius Schneider Engelbert Klüpfel Pfarrkirche St. Johannes der Täufer Zehntgrafen-Weinweg

Der Ort Wipfeld

Wipfeld ist ein kleiner Weinort am Main, ca. 15 km südlich von Schweinfurt. Das Dorf ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass sich Wohnen, Leben, Arbeiten und die Erhaltung der jahrhundertealten Architektur bestens vertragen. Gebäude der Renaissance und des Barock sowie ein reicher Bestand an kleinteiliger, mittelalterlicher Baustruktur prägen das Ortsbild. Der gesamte Grundriss des Wipfelder Altortes ist seit dem 16. Jahrhundert nahezu unverändert geblieben. Hofstellen, Gärten, Wege und Plätze sind aufgeteilt wie vor Hunderten von Jahren. Eine Vielzahl historischer Baustile werden anhand von 22 Objekten entlang des neuen Historischen Celtis-Rundweges gezeigt und beschrieben. Dieser Rundweg ist dem bedeutendsten Sohn Wipfelds, dem Humanisten und Dichter Conrad Celtis gewidmet. Conrad Celtis, der erste von Kaiser Friedrich II. gekrönte deutsche Dichter, wurde am 1. 2. 1459 in Wipfeld geboren. Er verstarb 1508 in Wien.

Der Weinort Wipfeld ist natürlich auch geprägt durch die Nähe der Weinberge. Frische, fruchtige Frankenweine garantiert der Lagename "Wipfelder Zehntgraf". Typisch fränkische Weißweinsorten wie Silvaner, Müller-Thurgau, Bacchus oder auch Grauer Burgunder reifen hier, ebenso feine Spätburgunder-Rotweine. Naturnahe Bewirtschaftungsweisen und gekonnter Weinausbau ergeben ausdrucksvolle Weine. Am liebsten erzählen die Winzer selbst mehr über ihren "Wipfelder Zehntgraf" bei Weinverkauf, Weinproben, Weinbergsführungen oder der Weinbergswanderung an Christi Himmelfahrt. Besonders stolz sind die Wipfelder Winzer auf den neuen "Zehntgrafen-Weinweg", der auf 3,3 km Länge durch die Weinlage "Wipfelder Zehntgraf" geleitet. Doch all dieses Wissen ist nicht unbedingt notwendig, um beim Promenadenfest Ende Juni, beim Fischfest am zweiten Wochenende im Juli oder beim Straßenweinfest Mitte August an Maria Himmelfahrt die Qualität des Wipfelder Weines zu testen.

Leicht zu erreichen ist Wipfeld nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit dem Fahrrad. Der Ort liegt am Maintal-Radweg. Eine Mainfähre bringt Radfahrer über den Fluss direkt in das Dorfzentrum. Dort ist die Gastronomie um das Wohl der Gäste bemüht. Zu Weinstuben und Heckenwirtschaften ist der Weg nur kurz. Mit dem Auto kann man am Main parken und ist sofort am Marktplatz. Wanderer finden, ausgehend vom "Zehntgrafen-Weinweg", Rund- und Fernwanderwege durch das Frankenland.

Sehenswertes

Historischer Celtis-Rundweg

Der Historische Celtis-Rundweg beginnt in der Mainstraße und führt im Uhrzeigersinn durch den Altort. Es besteht die Gelegenheit, nach dem Standort 17 auf den Zehntgrafen-Weinweg abzuzweigen. Der Historische Celtis-Rundweg führt über die Pfarrkirche St. Johannis zum Ausgangspunkt zurück. Informationen über die historischen Gebäude sind an den jeweiligen Standorten auf kleinen Tafeln angebracht.

Halbwalmdachhaus

Die erste Station des Rundweges, das Halbwalmdachhaus in der Mainstraße, ist heute ein Baudenkmal. Es präsentiert sich im klassizistischen Dekor. Über des Haustür ist ein Pieta-Relief zu sehen (1808). Die Wasserstandsmarke am rechten Türgewände stammt aus dem Jahre 1845.

Ehemaliger Unterhof des Bistums Würzburg

Der ehemalige Unterhof des Bistums Würzburg befindet sich zwischen dem Marktplatz und dem früheren Mainufer. Der Umgriff der ehemaligen Hofanlage umfasste die heutigen Anwesen Marktplatz 5 und 6 und Obereisenheimer Straße 2, 4 und 6. Das Hofareal ist zusammen mit dem Heidenfelder Oberhof wohl eines der ältesten Höfe von Wipfeld.

Oberes und unteres Fährhaus

Das Haus Marktplatz 3 wurde 1470 als Fährhaus erwähnt. Bereits 1594 war der Fährbetrieb zweigeteilt und zwei Häusern zugeordnet. Seit spätestens 1600 sind die Häuser im Privatbesitz. Die heutigen Gebäude sind wahrscheinlich um 1700 entstanden.

Ehemaliges Würzburger Amtshaus

Das ehemalige Würzburger Amtshaus, errichtet unter dem Fürstbischof Julius Echter 1580/1583, ist ein Massivbau mit spätgotischem Treppengiebel und profilierten Fensterrahmungen. In den Nischen sind eine Immaculata- und eine Nepomukfigur aus der Mitte des 18. Jahrhunderts zu sehen. Zu dem Gebäude gehört auch eine Fachwerkscheune. Das heutige Baudenkmal ist das älteste und einzige erhaltene Steinhaus seiner Epoche in Wipfeld, mit Resten bauzeitlicher Fassungen und späterer Überformungen.

Giebelhaus

Das Giebelhaus an der westlichen Seite des Marktplatzes ist ein ehemaliges Lehen des Klosters Heidenfeld. Die bauzeitliche Abschrägung an der Nord-Ost-Ecke war wegen einer sehr engen Straßenführung notwendig. Die Giebelseite des Obergeschosses präsentiert sich im Fachwerk aus dem 17./18. Jahrhundert.

Rathaus

Das Wipfelder Rathaus ist ein Halbwalmdachbau mit Fachwerkgiebel. Erbaut wurde es im 18. Jahrhundert über einem Kern, der auf das Jahr 1566 zurückgeht. Die Freitreppe stammt aus dem Jahr 1732. Umbau und Erweiterung wurden zwischen 1992 und 1994 durchgeführt.

Giebelhaus

Das Giebelhaus an der Ecke Nikolaus-Müller-Straße/Conrad-Celtis-Straße mit geohrten Fensterrahmungen und verputztem Fachwerkgiebel wurde um 1700 erbaut. Es besitzt einen für den Weinort Wipfeld typischen Gewölbekeller. Das heutige Baudenkmal ist das Geburtshaus von Nikolaus Müller (1748 bis 1833), der bereits mit 26 Jahren Schultheiß war. Er entdeckte auch die Schwefelquellen im Bereich St. Ludwig.

Gasthof "Zum grünen Baum"

Der Gasthof "Zum Grünen Baum" ist vermutlich das älteste Haus Wipfelds mit Bauteilen von 1540. Das Tor ist mit der Jahreszahl 1662 bezeichnet. Die Giebelseite des Obergeschosses besteht aus Zierfachwerk. Seit wenigstens 1683 ist hier eine Wirtschaft nachweisbar. Zum Gasthof gehört auch eine bedeutende Hofanlage.

Walmdachhaus

An der neunten Station des Rundweges steht man vor einem Giebelhaus mit Walmdachanbau. Das Fachwerk des Obergeschosses ist verputzt. Am Anbau ist originale Architekturmalerei zu sehen. Sehenswert ist auch die wertvolle Innenausstattung wie ein ausgemaltes Fachwerkzimmer von 1782 und der Gewölbekeller.

Massivbau mit Treppengiebel

Der Massivbau mit Treppengiebel in der Nikolaus-Müller-Straße ist eines der ältesten Häuser Wipfelds und geht auf die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück. Das Gebäude ist ein ehemaliges Lehen der Kellerei Wipfeld, also des Amtes Klingenberg.

Traufseithaus

In der Kembachstraße befindet sich eine große Hofanlage mit zweigeschossigem Traufseithaus. Stein und Fachwerk sind verputzt. Über dem Türsturz ist die Inschrift HGH 1778 ST zu lesen. Wahrscheinlich soll damit Hans Georg Hubert gemeint sein, der 1776 Schultheiß war.

Fachwerkhaus

Biegt man von der Kembachstraße in Richtung Leusgraben ab, so sieht man ein Fachwerkhaus, das 1687 vom Büttner Nikolaus Schneider erbaut wurde. Es war ehemals ein Lehen des Klosters Heidenfeld. Unter der Scheune befindet sich ein alter Gewölbekeller. Das Gebäude ist eines der wenigen Fachwerkhäuser, das noch sein hölzernes Erdgeschoss bewahrt hat. Die Südfassade ist reich verziert.

Ehemaliger Frei- oder Oberhof des Klosters Heidenfeld

Der Frei- oder Oberhof gelangte 1348 als Schenkung Johann von Hennebergs an das Kloster Heidenfeld. Bis dahin war es ein Lehen der Edlen Knechte von Wipfeld. Das unregelmäßige Hofareal ist zusammen mit dem Würzburger Unterhof wohl eines der ältesten Zentren von Wipfeld. Die Wohnhäuser stammen im Kern aus der Zeit um 1750.

Dreiseithof

Der Besitzer des denkmalwürdigen Dreiseithofes war der Schultheiß Andres Endres. Das Hauptgebäude geht auf das Jahr 1688 zurück. Bedeutende Reste der bauzeitlichen Ausstattungselemente wie Fenster, Türen und Wandvertäfelungen sind noch erhalten. Die Scheune wurde 1681 erbaut. Die Stallungen stammen von 1848.

Geburtshaus des Conrad Celtis

In der nach dem Dichter benannten Straße befindet sich auch das Geburtshaus von Conrad Celtis (1459 bis 1508). Der von Kaiser Friedrich III. gekrönte Dichter und Humanist entwickelte ein umfassendes, nationales Bildungsprogramm und setzte sich vor allem für die Gleichstellung der deutschen mit der antiken Kultur ein.

Geburtshaus von Engelbert Klüpfel

Das Geburtshaus von Engelbert Klüpfel befindet sich in der nach ihm benannten Straße. Es ist ein eingeschossiges, verputztes Fachwerkhaus mit Vorgarten über einem ehemaligen Graben. Engelbert Klüpfel, geboren 1733, war ein bedeutender Theologieprofessor mit vielen Lehrstühlen an berühmten Universitäten.

Geburtshaus von Eulogius Schneider

Das Geburtshaus von Eulogius Schneider (1756 bis 1794), einem Franziskanermönch und Professor mit vielerlei Berufungen, befindet sich in der gleichnamigen Straße. Den ruhelosen Gelehrten faszinierten das Gedankengut und die neuen Ansätze der Französischen Revolution, bis er in den Strudel von Fanatismus und Gewalt hineingezogen und unter der Guillotine hingerichtet wurde. Eine Tafel an der Hauswand erinnert an seine Person.

Pfarrhaus

Das heutige Pfarrhaus ist ein Walmdachbau über einem Hakengrundriss. Das zweigeschossige Haus stammt aus dem Jahre 1694. Über dem Hauptportal im Hof ist ein Sandsteinwappen erhalten mit den Initialen des Erbauers A.P.C.H. (Albertus Prior Canoniae Heidenfeldensis).

Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Auf dem Kirchberg erhebt sich die katholische Pfarrkirche St. Johannes der Täufer. Der Julius-Echter-Turm stammt aus dem Jahre 1599. Chor und Langhaus wurden 1786 errichtet. Sehenswert ist vor allem die Inneneinrichtung mit Barockkanzel (1710), Rokokoaltären (1740) und schönem Deckenschmuck.

Landschaftspanorama

In der Nähe der Kirche befindet sich ein Landschaftspanorama, das das Maintal, Nachbarorte, die Mainschleuse und die umkränzenden Berge zeigt.

Historischer Weinberg

Ebenfalls nicht unweit der Kirche befindet sich ein historischer Weinberg. Bis 1753 war er im Besitz der Kirche. Die Bearbeitung findet hier, wie früher, nur mit der Hand statt. Der Weinberg ist heute noch mit den alten Rebsorten Elbling, Junker, Muskateller und Östreicher (Silvaner) bestockt. An der Südwestseite ist er von der alten Kirchbergsteige begrenzt. Hier befindet sich auch ein Bildstock (1616) und ein Kreuzschlepper (1714).

Halbwalmdachhaus

Am Ende des Rundweges, wieder in der Mainstraße, steht ein Halbwamdachhaus mit Fachwerkobergeschoss aus der Zeit um 1800. Das Hinterhaus ist am steinernen Torbogen mit "H. H. 1705" bezeichnet. Es handelt sich um das Haus des Fischers Hans Heroldt des Jungen. Bedeutende Reste bauzeitlicher Ausstattung sind noch vorhanden. Das Vorderhaus "Gasthof zum Anker" wurde ca. 1750 erbaut.

Zehntgrafen-Weinweg

Der Zehntgrafen-Weinweg in Wipfeld fasst Weinwissen rund um den Bocksbeutel auf 3,3 km Länge zusammen. Dabei wird besonders Augenmerk auf die zeitgemäße, naturnahe Bewirtschaftung der Rebanlagen gelegt. Da der weitgehende Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel zahlreiche natürliche Nützlinge in die Rebzeilen lockt und damit die Natur im Weinberg wieder Einzug hält, werden auch Pflanzenstandorte und Wildkräuter erläutert.

Main - Weißer Main, Roter Main bis zur Mündung in den Rhein

1 Bamberg – Randersacker

2 Würzburg – Marktheidenfeld

3 Wertheim – Niedernberg

4 Aschaffenburg – Frankfurt

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