2.04 Lohr – Main – Bayern – Spessart
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Die Stadt Lohr

Die historische Stadt Lohr am Main mit ihren 17 000 Einwohnern liegt im nordwestlichen Zipfel Bayerns, am Ostrand des Spessarts. Das "Spessarttor", wie Lohr auch genannt wird, verdankt seinen Siedlungsbeginn der Anhöhe zwischen dem Rechtenbach und dem Lohrbach, die hier in den Main münden. Waldreiche Hügel erheben sich aus dem Maintal. Reichliche Holzvorkommen für Haus- und Schiffbau sowie die unmittelbare Nähe zum Wasser als Nahrungsquelle und Transportweg versprachen einen einladenden Lebensraum. 

Schon im Mittelalter sorgten Verordnungen dafür, dass den Wäldern das zur Verarbeitung entnommene Holz durch Aufforstung wieder ersetzt wurde. Auch heute wird durch umweltschützende Maßnahmen der Waldbestand geachtet. Lohr ist heute der zweitgrößte kommunale Waldbesitzer Bayerns. Drei Naturschutzgebiete im unmittelbaren Umland sind ausgewiesen. Die erste urkundliche Erwähnung des Städtenamens geht auf das Jahr 1295 zurück. Doch schon 1800 Jahre zuvor dürften sich die frühesten Siedler von den Vorzügen des natürlichen Weideplätzchens auf dem heutigen Kirchenhügel überzeugt haben. Zeugnisse ihrer Kultur sind heute im Museum zu sehen.

Bei einem Rundgang durch den mittelalterlichen Stadtkern stößt der Besucher immer wieder auf Spuren der Geschichte. Zahlreiche Bauten sind als historische Häuser, zum Teil als einzelne bedeutungsvolle Bauwerke, zum Teil auch als Ensembles und ganze Straßenzüge erhalten. Mit offenen Augen lassen sich interessante Details in Form von Holzschnitzereien oder Sandsteingravuren finden, durch die der Gast Hinweise auf frühere Berufsstände wie Fischer, Flößer, Färber, Gerber und viele mehr erhält. Die Geschichte der Stadt kann man sich natürlich auch bei einer Stadtführung näher bringen lassen.

Angeblich soll Lohr auch die Heimat Schneewittchens gewesen sein. Es soll ausreichend Hinweise dafür geben, dass dieses Märchengeschöpf tatsächlich aus der Mainstadt kommt. Jedenfalls vertreten und pflegen die Lohrer Bürger diese Überzeugung gebührend. Als sicher gilt jedoch, dass die vielfältigen kulturellen Aktivitäten Augen und Ohren der Besucher verzaubern. Heimatliche Dorffeste in den Stadtteilen bieten einen ebenso stimmungsvollen Rahmen wie zeitgemäße Stadtfeste mit internationaler Atmosphäre. Alljährlicher Höhepunkt ausgelassener Stimmung ist die Spessart-Festwoche im August, deren Attraktivität Menschen von weit her anzieht. Während des ganzen Sommers bietet Lohr zusätzlich eine Vielzahl von kulturellen Aktivitäten, von der Kleinkunst bis zum Tourneetheater und von Ausstellungen bis zu Konzerten. 

An erster Stelle sportlicher Aktivitäten stehen die landschaftsbezogenen Disziplinen wie Wandern, Radfahren und Reiten. Neben beschilderten Rad- und Wanderrouten sind auch interessante Waldlehrpfade angelegt. Der Charme der Spessartlandschaft - der Spessart ist das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands - liegt in ihrer Vielseitigkeit. Die feuchten Auen mit einer Vielzahl naturbelassener Tümpel, die sich entlang der Bachverläufe ziehen, haben eine interessante Fauna und Flora hervorgebracht. An den Ufern des Mains kann man sogar Graureiher überraschen. Den Main nutzen auch Angler und Segler. Lohr verfügt über eine Schiffsanlegestelle, von der man Schifffahrten auf dem Main unternehmen kann. Weitere Möglichkeiten der sportlichen Betätigung bieten ein großes Freibad mit 90-Meter-Rutsche, Tennisplätze, eine Tennishalle und ein Minigolfplatz. Die zentrale Lage von Lohr ist auch von Vorteil für Ausflüge in die nahe gelegenen Städte Aschaffenburg, Würzburg, Wertheim oder Bad Orth.

Sehenswertes

Kirchplatz/Pfarrkirche St. Michael

Die katholische Stadtpfarrkirche St. Michael ist eine auf mehreren Vorgängerbauten errichtete Pfeilerbasilika aus dem 13. bis 15. Jahrhundert. Die Sakristei stammt noch aus romanischer Zeit. Im spätgotischen Chor befinden sich eindrucksvolle Epitaphien der Grafen von Rieneck (15./16. Jahrhundert) und in den Seitenschiffen und im Turm (1496) von Lohrer Amtmännern und anderen Personen. Sehenswert sind auch der Taufstein (1488), das Chorgestühl (1654) von Valentin Mahler aus Lohr und die qualitätsvollen neugotischen Altäre (1890 bis 1905) von dem aus Lohr stammenden Franz Wilhelm Dreisler.

Auf dem Kirchplatz befinden sich noch weitere sehenswerte Gebäude und Einrichtungen, unter anderem ein historischer Kirchhof mit Steinkruzifix, eine ehemalige Marienkapelle, die vom 16. bis Anfang 20. Jahrhundert als Lateinschule genutzt wurde und ein ehemaliges Kapuzinerkloster, das ursprünglich eine Burg der Grafen von Rieneck mit hochmittelalterlichem Wohnturm war.

Marktplatz / Rathaus

Das Alte Rathaus am Marktplatz ist ein stattlicher Repräsentationsbau (1599 bis 1601) des Lohrer Baumeisters Michael Imkeller. Das Erdgeschoss wurde früher als offene Markthalle genutzt. Heute dient die Räumlichkeit als Veranstaltungsort für Konzerte, Kleinkunst, Vorträge und Ausstellungen. Im ersten Obergeschoss befindet sich ein Vestibül (Vorhalle) mit Renaissance-Säulen und Renaissance-Stuckdecke. Der ehemalige Renaissance-Schmuckgiebel wurde durch einen einfachen, klassizistischen ersetzt. An der Nordseite ist ein dreiseitiger Treppenturm zu sehen. Das Alte Rathaus besitzt auch einen Dachreiterturm mit einer vergoldeten Justitia. An der Südostecke ist ein Marktkruzifix angebracht. Die Portalumrahmungen zeigen eine korinthisierende Gliederung auf. Das Alte Rathaus war bis 1985 Sitz des Stadtrates und der Stadtverwaltung. Nach Renovierungsmaßnahmen dient es seit 1989 als Kultur- und Bildungszentrum der Stadt Lohr.

Der Maler-Winkel am Marktplatz präsentiert ein Ensemble schöner Fachwerkhäuser. Am Märchenbrunnen auf dem Unteren Marktplatz ist die Figurengruppe "Brüderchen und Schwesterchen" zu sehen.

Schloss / Spessartmuseum

Das Lohrer Schloss diente seit dem 14. Jahrhundert als Residenz der Grafen von Rieneck, ab 1599 der mainzischen Oberamtmänner. 1814 wurde es Sitz des Bayerischen Landgerichts. Bis 1972 war hier das Landratsamt untergebracht. Das Schloss ist auch der Geburtsort des Würzburger Fürstbischofs Franz Ludwig von Erthal (1730 bis 1795). 

Zur Stadtseite hin treten zwei Rundtürme hervor. Beiderseits befinden sich Anbauten mit Treppentürmen. Das Schloss betritt man von der Stadt aus über eine Brücke, die über den Schlossgraben führt. Sehenswerte Räume sind der Rittersaal mit Säulen aus dem Kloster Schönrain (um 1100) und das Fürstenzimmer aus dem 16./17. Jahrhundert.

Das trutzige Schloss ist die würdige Heimstätte des überregional bedeutenden Spessart-Museums mit reichen Sammlungen zum Thema "Mensch und Wald", insbesondere zur Geschichte des Waldglases.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Weitere Sehenswürdigkeiten in Lohr sind unter anderem auch das Schulmuseum und die Stadtbefestigung mit der teilweise noch erhaltenen Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert und ihrem Hauptturm in der Schiffer- und Fischervorstadt. Der Hauptturm, auch Bayersturm genannt nach der Türmerfamilie Bayer, ist ein mächtiger Bau von sechs Geschossen mit Eckquadern und Barockhaube.

Erlebnisangebote

Wandern auf Schneewittchens Spuren

Auf dem ca. 35 km langen und gut markierten Wanderweg findet man noch zahlreiche Hinweise auf das damalige "Märchengeschehen" wie z. B. die Valentinusbergkapelle (1660), der Dilthey-Bildstock (1476), Grenzsteine von 1663, die Burgruine Bardenstein (13. Jahrhundert) und natürlich die sieben Berge ( Hammersbuch, Steckenlaubshöhe, Pfirschhöhe, Gaulskopf, Eichenberg, Erkelshöhe und Hirschberg). Die Wanderung schließt einen Museumsbesuch in Schneewittchens Stammschloss mit ein.

Spessart-Räuber-Überfall

Wer ein abenteuerliches und schaurig-schönes Erlebnis sucht, der sollte sich auf den "Spessart-Räuber-Überfall" einlassen. Er wird ganzjährig angeboten. Das turbulente Geschehen nimmt seinen Lauf mit einer rustikalen Räuber-Mahlzeit "Spessartart". Ein Holzfällersteak mit Bratkartoffeln, ein Kellerweizen oder Krug Bier und ein Spessartschnaps gibt dem Unternehmungslustigen die nötige Kraft und Stärke, um die nachfolgende gefährliche Wanderung durch den dunklen Spessartwald mit Räuberüberfall und eventueller Gefangennahme zu überstehen. Man kann das Spektakel auch ohne vorheriges Essen buchen.

Main - Weißer Main, Roter Main bis zur Mündung in den Rhein

1 Bamberg – Randersacker

2 Würzburg – Marktheidenfeld

3 Wertheim – Niedernberg

4 Aschaffenburg – Frankfurt

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